Coq au Vin á la Lili

Hier in Rangiroa gibt es leider keine genießbaren Hühnchen zu kaufen. Gelegentlich findet man ganz gute, tiefgekühlte Schenkel, sehr selten auch mal Hühnerbrüste. Ich würde aber so gerne mal wieder ein Hühnchen aus dem Ofen essen!

Lili (unsere Freundin vom „Snack Lili“) war natürlich total verständnisvoll und wir haben schon vor Wochen überlegt, eines der freien, verwilderten Hühner zu fangen. Aber diese Streuner sind wie die Hunde: mager und verlaust und damit nicht besonders appetitlich. So gab es erst mal weiterhin hauptsächlich Fisch, Steak-Frites und Hamburger (Lilis Mahi-Mahi in Vanilla-Sauce ist übrigens sagenhaft lecker!!).

Vorgestern waren nur wir und ein weiterer Gast/Freund beim Dinner und nachdem die Bestellungen in der Küche gelandet war, kam Sie strahlend zu mir und hat in ihrem unvergleichlichen Lili-Englisch verkündet: „Anna (das bin ich)! My havn surprise for you!!! Come, come. Lookin!“ Also sind wir hintenrum, durch die Küche in ihr Haus. Und da saßen sie. Ein Hahn und ein Huhn, gackernd in ihrem Verandawohnzimmer.

Irgendwer hatte ihr dieses gar nicht verwildert aussehende Federvieh angeboten und sie hat an mich gedacht und zugeschlagen. Da gestern hier, und auch in Lilis Heimat Madagaskar, Muttertag war, und das Restaurant geschlossen, hat sie uns zum frischesten Coq au Vin eingeladen, das nur möglich ist.

Aus der Nummer kam ich nun nicht mehr raus. Erst rumtönen, dass ich für frisches Hühnchen auch selbst zum Hackebeil greifen würde und dann kneifen, geht natürlich nicht. Nach kurzer Einweisung, habe ich also schnell, zwischen Aperitif und Hauptgang, zwei Seelen in den Hühnerhimmel geschickt.

Nach dem Essen kam das Abbrühen und dann haben wir uns, zu viert, gemütlich an einen der Draußentische gesetzt, geplaudert und Lili und ich haben nebenbei die Hühner gerupft. Was für ein Idyll!

Paul und Michel fanden das alles übrigens nicht weiter bemerkenswert. Michel hat sich zwar ein Weilchen das gerupfte Huhn näher beguckt, wollte dann aber auch lieber wieder mit Paul und Lilis Sohn Tuja spielen.

Gestern morgen bin ich zum Ausnehmen und Filetieren noch mal schnell rübergefahren, wodurch wir abends nur noch schmoren mussten. Um es gleich zu sagen: geschmacklich war es ganz gut, allerdings war das Fleisch recht zäh. Nächstes mal mindestens zwei Stunden länger schmoren!

Ich fand die ganze Aktion sehr lehrreich, gar nicht ekelig, erstaunlich unblutig und ausgesprochen gesellig. Klar würde ich das wieder machen, allerdings entweder mit jungen, fetten Hühnern, oder dem Ziel einer Suppe, denn dann würden es meine Männer auch gerne essen!

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