Gewitter vor Bundaberg und brenzliges bei Bribie Island

Von Gladstone ging es weiter Richtung Fraser Island. Mit gutem Nordwind, unter vollem Tuch, haben wir ordentlich Strecke gemacht und sind in einem langen Schlag bis Bundaberg gesegelt.

Marina Gladstone ist sehr malerisch.

Nachmittags verdüsterte sich der Himmel über dem Festland zusehends und irgendwann zuckten die ersten Blitze über den Horizont. Bestimmt eine Stunde lang, sah es so aus, als würde das Gewitter nach Norden weiterziehen und nicht, zu uns, auf die See hinaus.

Der Käpt’n hat natürlich im Fünfminutentakt das Wetterradar gecheckt, während wir fasziniert und ehrlich gesagt, mit leicht flauem Gefühl im Bauch, die Blitze beobachtet haben. Quer in den Wolken, oder wie von einem Kind gemalt, zackig in die Erde – vor uns, neben uns, hinter uns, ein bemerkenswertes Schauspiel!

Dann wurde bedauerlicherweise klar, dass das Band über uns hinwegziehen wird. Kein Ausweichen möglich. Zum Glück ist Blitzschlag auf See sehr selten, die Entladungen finden eher in den Wolken statt. Außerdem waren wir unter so etwas, wie einer Lücke zwischen zwei Zentren und haben nicht das Schlimmste abbekommen.

Jeder Punkt ein Blitz und je dunkler, desto älter. Maximal eine Stunde alt.

Natürlich musste vorher noch das Groß geborgen werden und die Genua gerefft! Die heftigste Gewitterbö kam mit 49 Knoten daher gefegt. Das war schon ganz ordentlich! Wirklich Angst hatte ich nicht. Selbst ein Treffer geht nicht ans Leben. Aber natürlich würde sämtliche Elektronik kaputt gehen und einen unglaublichen Aufwand an Reparaturen und Kosten verursachen! Das braucht nun wirklich keiner!

Aber es ist ja alles gut gegangen. Wir sind problemlos, im Dunkeln, in den Fluss bei Bundaberg eingelaufen und um 0.20 Uhr viel der Anker nach einem sehr langen und aufregenden Segeltag.

Morgens sind wir gleich weiter, denn in Hervey Bay wartete ein Marinaplätzchen auf uns. Zwei entspannte Nächte, mit leckerem Restaurant und langem Spaziergang. So richtig zum Batterien auftanken vor letzten Etappe durch die Great Sandy Straits von Fraser Island.

Hier muss man schon einigermaßen konzentriert durchfahren. Das Fahrwasser ist zwar gut betonnt, aber Sandbänke und Untiefen sind die ganze Strecke nur einen Steinwurf entfernt und die tiedenbedingte Strömung kann ziemlich stark werden. Einen Katamaran haben wir beobachtet, wie er eine Kurve, auf der falschen Seite der Tonne, geschnitten hat. Solange wir ihn noch sehen konnten, sass er fest. Hoffen wir mal, dass das nächste Hochwasser hoch genug war, um ihn freizusetzen!

Die folgende Nacht haben wir vor Rainbow Beach geankert. Hier wäre ich gerne ein bisschen länger geblieben! So ein schönes Fleckchen Erde! Rote Klippen, weißer Sand, kristallklares Wasser und duftendes grünes Land… Aber es war der letzte Tag mit Nordwind angesagt und der musste natürlich genutzt werden. Also weiter bis in die Moreton Bay nach Bribie Island.

Diesmal hat es uns hier sehr gut gefallen. Ein nettes, verschlafenes Örtchen am Rande von Brisbane, das alles bietet was der Segler so braucht: Strand, Anleger, Museum, Supermarkt und Tavernen. Sogar freie Mooring Bojen gab es! Sie waren zwar nicht gekennzeichnet, sahen aber neu und solide aus und waren auch in der Seekarte verzeichnet. Wir haben also fröhlich an einer festgemacht und zwei Nächte sehr ruhig geschlafen. Dann kam Wind auf, mitten in der Nacht und viel stärker als vorhergesagt.

Im Morgengrauen wurde ich plötzlich wach, mit dem dringenden Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. JD lag nicht mehr neben mir und dann gingen auch schon die Motoren an – mit voller Kraft. Ich bis also hochgeflitzt und sehe die Pami nur noch Meter von zwei anderen Booten entfernt, während JD mit versteinertem Gesicht am Steuer steht und versucht, gegen Wind und Strömung von dort wegzukommen. Wir hängen aber immer noch an der Boje, die wir offensichtlich, mitsamt ihrer Verankerung, quer durch das Ankerfeld gezogen haben! Ich sause also nach vorne und zum Glück sind unsere Festmacher schnell gelöst. Die Boje treibt davon und wir sind dem Schiffsrempler knapp entkommen! Man man man.

In dieser Situation war es das sinnvollste, gleich weiter zu Motoren. Durch die Bucht und in den Brisbane River, Richtung Innenstadt. Um noch mal zu ankern und nach der Boje zu sehen, ist das Wetter viel zu ruppig. Wir werden aber noch versuchen, den Besitzer ausfindig zu machen und den Schaden zu ersetzen! Denn mittlerweile wissen wir, das es öffentliche Mooring Bojen, wie wir sie aus dem Great Barrier Reef kennen, in der Moreton Bay und Brisbane nicht gibt. Auch wenn sie sehr ähnlich aussehen. Alle dort sind privat installiert mit langwierigen Genehmigungen und hohen Kosten. Leider konnten wir den Eigentümer bislang nicht ausfindig machen, da wir nicht wissen, wo wir nachfragen können. Wir versuchen weiterhin zu recherchieren und hoffen, dass wir die Instandsetzung bald ersetzen können.

Bribie Island, hier hätte es beinahe Gescheppert!

In Brisbane schließlich, erwartet uns der Frühling und vertrautes, munteres Citylife. Wir haben das Gefühl, unsere australische Basis erreicht zu haben. Die Jacaranga Trees blühen überall in der Stadt und verbreiten ein wunderbares Aroma von Jasmin und Honig. An verschiedenen Stellen im Fluss, ankern wir für ein paar Nächte und genießen neue Parks und Aussichten, bis wir schließlich in der Dockside Marina, gleich beim Zentrum festmachen.

Jacaranga Trees!

Von hier aus starten wir unseren ersten Urlaub vom Boot, seit dem Neuseelandtrip vor zwei Jahren. Ein langes Wochenende in Wellington – wieder Neuseeland.

Davon aber erst im nächsten Blog, denn nun habe ich mich schreibend, endlich wieder unserem momentanen Standort angenähert! Vor vier Tagen sind wir zurückgekommen und seit vorgestern liegen wir wieder in Southport, an der Gold Coast und hier wollen wir auch so schnell nicht wieder weg. Ungefähr 1.400 Meilen in dreieinhalb Monaten – das war schon ganz ordentlich!

Besuch aus Düsseldorf

Nein, nicht der Waran, der ist ein waschechter Aussi!

Für Anfang Oktober war Besuch aus Düsseldorf angekündigt, wie wunderbar! Das bedarf natürlich einer gewissen Planung, denn wir können schlecht bei Nordwind nach Süden segeln! Auch möchte man sich bei so einer Gelegenheit gerne wichtige Sachen, wie z. B. neue Kreditkarten, mitbringen lassen.

Letzteres hat mir ein paar graue Haare beschert, während der Käptn die Routenplanung organisiert hat. Treffpunkt war die Keppel Bay Marina, bei Keppel Island. Ein Gebiet, welches uns schon auf dem Weg nach Norden sehr gut gefallen hatte.

Überhaupt war der Weg zurück nach Süden sehr relaxed, da wir Ankerplätze und Marinas größtenteils schon kannten und wussten was uns erwartet.

Curlew Island, ein wunderschöner Ankerplatz!

Von Hamilton aus ging es nach Mackay, mit einer Übernachtung am Anker. Dort war erstmal Warten auf Nordwind angesagt und als er kam waren es bestimmt 12 Boote auf einmal, die sich gleichzeitig aufgemacht haben.

Wetlands, Botanischer Garten, Mackay. Sehr schöner Ausflug!

Zwei Tage später sind wir in Keppel eingelaufen und wurden völlig überraschend von neuen Seglerfreunden erwartet. Die beiden hatten uns auf Marine Traffic verfolgt und standen parat um unsere Festmacher anzunehmen. Sowas ist echt nett!

Unser Nachbarlieger ist bestimmt kein Deutscher, bei dem Namen… oder vielleicht doch???

Den letzten Tag vor Jö und Birtes Ankunft habe ich mir damit vertreiben müssen, stundenlang vor dem Gästeklo zu knien und eine neue Pumpeneinheit einzubauen. Ich hätte ihnen ja lieber ein Sträußchen Blumen gepflückt und aufs Zimmer gestellt, aber was tut man nicht alles, damit sich die Gäste wohlfühlen!

Und dann standen wir endlich vor der Marina und haben auf den Bus gewartet, der die Beiden zu uns brachte – Vorfreude ist doch so was schönes!

Es gab ein großes Hallo, Mitbringsel, Kreditkarten und einen neuen Gasadapter! Nach Monaten ohne gibt es auf der Pami endlich wieder Ofenhähnchen und Quiche!

Zum Glück war die Woche auch nicht ganz so verregnet wie vorhergesagt. Die ersten zwei Tage haben wir uns eh so sehr die Münder fusselig geredet, dass die Sintflut draußen nicht so wichtig war und für einen Spaziergang auf den nächsten Hügel, findet sich immer ein Regenloch.

Hügelspaziergang, Keppel Bay Marina im Hintergrund.

Früh morgens sind wir schließlich zur Insel rübergezischt und haben auf bewährtem Grund geankert. Die Landgänge dort waren durchaus denkwürdig! Der aufmerksame Leser mag sich erinnern, dass wir damals auf Keppel Island, immer von Matthias und Dascha an Land chauffiert wurden, denn deren Dinghi kann man einfach auf den Strand tragen und da ablegen, wo das Wasser nicht hinkommt. Unsere „Pamiiti“ kann das nicht, daher haben wir das namenlose Minischlauchboot aufgeblasen und Paul hat den rudernden Fährmann gemacht! Nun ist Jö ein sehr großer, stattlicher Mann und – nun ja, seht selbst 🙂

Yoga am Strand: wir machen den doppelten herabschauenden Hund, während die Kinder planschen.

Nach vergnüglichen Strandspaziergängen, Strandyogaübungen und Strandclub Abendessen, ging es weiter Richtung Gladstone. Wir hatten diese Strecke durch die Narrows extra ausgesucht, weil wir sie auf dem Hinweg so malerisch fanden. Allerdings war das im Winter und jetzt war es Frühling. Und das haben leider auch die Insekten gemerkt!

Noch vor den Narrows kam eine unglaubliche Gliedertierwolke über uns! So etwas haben wir noch nie erlebt – duzende verschiedene Arten und tausende von Tieren, wurden von einem warmen Wind über die Pami geweht. Schmetterlinge, Fliegen, Mücken, Ameisen, Spinnen und leider auch sandflys haben das ganze Schiff schwarz gepunktet! Zu spät haben wir, vor Erstaunen und Ähnlichem, die winzigen Blutsauger bemerkt, die uns in Panama schon so zugesetzt haben. Besonders schlimm hat es die Kinder erwischt. Allein an einem Fuß habe ich über 60 Bisse gezählt. Und die jucken so fürchterlich! Und erst an Tag 2 wird es so richtig schlimm, wenn man langsam auf Besserung hofft!

Natürlich gibt es auch dafür gute Cremes, wir haben es also alle überlebt und konnten unseren letzten, gemeinsamen Abend in Gladstone noch mal so richtig genießen. Es muss auch gesagt sein, dass diese Nacht am Anker, in den malerischen flussartigen Brackwasserkanälen, schon etwas ganz besonderes hatte. Insekteninvasion hin oder her und auch unabhängig vom ersten Ofenhähnchen seit einem halben Jahr!

Whitsundays und Anderes

Von Airlie Beach aus waren wir natürlich auch in den Whitesunday Islands. Ein wirklich schönes Segelrevier und unserer unmaßgeblichen Meinung nach, auch ein sehr anspruchsvolles.

Die Pami vor Molle Island

Wir fanden es daher höchst bemerkenswert, dass jeder, einfach mal eben, ein größeres Segelboot chartern kann und nach nur 3 Stunden Einführung, ohne Skipper lostuckern darf.

Einen lustigen Abend haben wir in der BBQ-Lounge der Marina, mit einigen anderen Boaties verbracht. Einer von ihnen, hat bei einer Charterfirma gearbeitet und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert: Boote die unter Autopilot, ungebremst auf das Riff aufgelaufen sind und solche Sachen. Tolle Lagerfeuergeschichten, aber gruselig wenn in der Abenddämmerung, viel zu nahe bei dir und mit zu wenig Kette, ein Charterboot zu ankern versucht…!

Das Anspruchsvolle in den Inseln ist die Strömung. Sie wird durch eine Tide von 3-4 Metern, die jedes Mal durch die ganzen, kleinen Kanäle gepresst wird, verursacht. Natürlich sechs Stunden in die eine und dann sechs Stunden in die andere Richtung.

Wie in der Nordsee, muss man also jeden Törn auch unter Berücksichtigung von Tide und Strömung planen. Das prägt sich übrigens sehr nachdrücklich ein, wenn man einmal versucht hat, mit dem Wind aber gegen die Strömung zu segeln. Man wird nicht einfach nur langsamer, oh nein, man muss durch richtig ernsthafte, brechende Wellen stampfen und wehe Gläser und Töpfe sind nicht hochseetauglich gestaut!

Putzig ist auch das Verhalten des Bootes am Anker. Wobei der Katamaran noch etwas ausgefallener stehen kann, als der Monohull, denn er richtet sich viel mehr nach dem Wind aus und weniger nach der Strömung.

Ankern wir also, bei Strömung aus Nord, im Südwind, sieht die Pami aus, wie ein Terrier an der Leine, der unbedingt zu Nachbars Katze will: den Blick starr nach Süden und die Ankerkette stramm nach hinten, gen Norden, zwischen die Rümpfe geklemmt.

Leider ist Ankern nun mal nichts statisches. Daher schwäut man aus dieser Position immer hin und her und wenn es dann doof läuft, scheuert die Kette das Antifouling von den Rümpfen. Oder – auch ein echter Garant für eine schlaflose Nacht – man hängt an einer Mooring Boje, nicht am Anker, und die dicke doofe Boje scheppert dauernd vor den Rumpf. Normalerweise steht man dann mitten in der Nacht auf und zieht die Boje laut schimpfend an Deck, damit endlich Ruhe herrscht. Bei den großen, blauen, öffentlichen Bojen hier, geht das leider nicht: zu groß, zu schwer und zu kurz. Da hilft nur Ohrenwachs.

Kakadus vor Marina Hamilton

Eine der Inseln heißt Hamilton Island und hier hat ein Investor mal so richtig Geld in die Hand genommen. Marina, Resort, Golfplatz, keine Autos, nur Golfcars und Shuttlebusse. Das Konzept scheint aufgegangen! Es wimmelte überall von Besuchern und die Marina war auf Wochen ausgebucht. Drei Nächte konnte wir buchen, aber natürlich nicht am Stück, sondern mit 4 Tagen Pause. Macht nichts, so haben wir es mal gesehen, konnten Wasser und Windschutz nutzen als es nötig war und haben uns mal wieder mit Matthias und Dascha getroffen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es dort mochte. Auf dieser Insel haben wir eigentlich fast nichts von der Natur gesehen, dennoch, das Konzept schien gut und umweltbewusst. Und die Jungs haben die Poollandschaft geliebt! Irgendwo zwischen putzig und traurig waren die Kakadus im Restaurantbereich: sie saßen immer auf den Sonnenschirmen, über den Tischen, haben von oben über den Rand geschielt und nach Resten gesucht. Wie alle Papageien, so schlau und so geschickt – einfach niedlich. Aber hier waren ganz viele, deren Köpfe fast kahl und die Füße verkrüppelt waren. Grund oder Folge des Lebens von Zivilisationsabfällen? Vermutlich beides und wie gesagt, recht traurig.

Andere Inseln haben beim Wandern die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Pazifischen Inseln deutlich gezeigt. Den Geruch nach Eukalyptus finde ich nach wie vor am Auffallendsten. Von den so berühmten, gefährlichen Tieren Australiens, habe ich (leider!, bin aber die einzige, die das sagt) nichts gesehen. Keine Schlagen oder besonderen Spinnen. Nirgendwo.

Im Meer habe ich öfter Quallen gesehen. Gelegentlich auch Würfelquallen. Ob es aber die gefährlichen waren, konnte ich nicht feststellen. Definitiv ist mir aber eine Löwenmähne beim Ankern auf den Percys untergekommen. Eine riesige, braune, sehr wehrhafte Qualle, deren Name ziemlich genau ihr Aussehen beschreibt!

Und hier noch was zum schmunzeln: Neulich am Telefon, fünf Meilen vor Marina Mackay…

„G‘day, this is Jana speaking, Catamaran JaJapami. I’m looking for a berth tonight!?“

„Yes Darling, no worries!!!“

„Our beam is 8 m.“

„Amazing!!!“

„We are 16 m long.“

„Great! To Easy!“

„and 1,25 draft.“

„Oh, wonderful Love!“

(G´day: Guten Tag; berth: Liegeplatz; beam: Breite)

Mein könnte meinen, ich hätte meiner besten Freundin die neuesten Maße meines ungeborenen Kindes erzählt, so enthusiastisch waren die Kommentare der netten Marinaangestellten. Tatsächlich ist das hier aber teilweise Umgangssprache. Für die Rezeptionistin beim Zahnart und die Boutiqueverkäuferin bin ich Love und Darling. Manchmal ist das sogar ganz nett. Das sich aber jemand so über die Maße unseres Bootes freut, hatten wir bisher noch nicht erlebt! 😉

Auf Drift

Wir sind zurück in der Moreton Bay bei Brisbane.

Nach Wochen in Airlie Beach und den Whitesundays fügte sich kurzfristig alles für eine zügige Rückreise nach Süden. Die Zyklonsaison naht, da ist es gut, zeitig wieder hier zu sein.

Wir haben viel erlebt, Gutes wie Anstrengendes, daher ist mein Erzählfaden irgendwo bei Mackay abgerissen. Je länger das her ist, desto schwieriger wird es natürlich, in einem nächsten Blog wieder anzuknüpfen ohne gleich einen ganzen Roman zu schreiben! Ich gebe mir Mühe, ehrlich!

Bei kühlem Regenwetter kamen wir irgendwann Ende August in Airlie Beach an, um dann dort festzustellen, dass Marinaliegeplätze sauteuer und nur schwer zu ergattern waren. Nun gut, wir hatten ja Zeit, wird schon was freiwerden.

Nördliches Ankerfeld vor Airly Beach

Das Ankerfeld vor Airlie ist riesig. Ein Dorf aus Booten auf türkisfarbenen, aber sehr trüben Wasser. Drei Dinghilandestellen lassen einen entspannt an Land, was wir auch jeden Tag nutzten. Vom Boot aus schwimmen, wollte so recht keiner von uns. Zu trüb war sowohl das Wasser als auch die Situation was Haie und Quallen angeht und anfangs war es auch echt noch kalt!

Lagoonarium
Südliches Ankerfeld

In Airlie gibt es allerdings ein Lagoonarium, eine toll angelegte, öffentliche Badelandschaft direkt am Strand, welche die Jungs vollkommen für das Planschen im Meer entschädigte. Als wir dann endlich doch in der Marina unterkommen (ich habe jeden Morgen, fünf Tage lang, angerufen, ob nicht doch spontan was frei wurde 😉 ) dürfen wir auch noch den Pool vom nahen Resort mitbenutzen – „Volltreffer!“ meinen unsere Lütten.

Coral Sea Marina

Über die Coral Sea Marina muss ich noch zwei weitere Sätze verlieren: Ja, sie war teuer, aber sie war auch eine der schönsten Marinas, die wir so besucht haben. Restaurant, Lounges, Jim, Luxus Badezimmer, BBQ Areal – alles neu und super schön! Nur ein Spielplatz hätte noch gefehlt.

Marina Grillabend in Coral Sea

Ansonsten ist die Region dort sehr ländlich. Es gibt genau eine Touristenmeile mit Boutiquen und Restaurants und von zwei Dinghianlegern sind auch je ein Supermarkt fussläufig zu erreichen. Für unsere Verpflegung haben wir ganz schön Strecke gemacht! Und für die Zahngesundheit auch. Pro Loch im Milchzahn ist jeweils ein halber Tag draufgegangen…

“Lehnt euch doch mal lässig gegen den Seelöwen, dann mache ich ein Foto!”

Mit zwei Booten aus den letzten Jahren hatten wir wieder mehr Kontakt. Die bremer MARISOL, die wir schon auf den Kanaren kennengelernt haben und die hoffentlich es noch vor der Zyklonsaison nach Australien schafft, und das schweizer Familienboot OLENA, mit denen die Kinder viel auf Galapagos und Tahiti gespielt haben.

Ich finde es immer toll und aufregend, wenn man sich Ozeane, Kontinente und Jahre später wieder trifft! Raum und Zeit schrumpfen irgendwie auf handliche Größe, wenn man so Sachen fragt wie: „Haben wir uns eigentlich schon 2018 im Atlantik getroffen, oder erst 2019 im Pazifik?“

Drei kleine Jungs waren auf jeden Fall furchtbar aufgeregt und haben schon Stunden vor Ankunft, auf dem Plotter nach einem AIS Signal des anderen Schiffs gesucht! Dann waren sie endlich da und haben direkt neben uns geankert. Glückliche Tage für alle Kinder, auch Schule wurde zusammen absolviert.

An unserem letzten gemeinsamen Tag, komme ich morgens nach oben und beide Jungs begrüßen mich ganz vorwurfsvoll, mit einem: „Mami, die OLENA ist weg!“

Ein erst kurzer, dann immer längerer und ungläubigerer Blick in die Runde zeigt mir: nicht die OLENA, sondern die JAJAPAMI ist weg! Wir liegen locker 0,3 Meilen weit weg von unserem Ankerplatz! Der Anker hat nicht gehalten, zum ersten Mal in fünf Jahren!

Das ist schon ein wenig gruselig und darf natürlich nicht noch einmal passieren. Daher analysieren wir so gut wie möglich: Wir sind ganz langsam auf Drift gegangen, daher hat es auch keinen geweckt. Der Sand war hier ultrafein und schlammig. Vielleicht hat sich die berühmte Plastiktüte um den Anker gewickelt, oder Kette und Anker haben sich irgendwie vertüdelt, auf jeden Fall ist das ganze Gelersch bei ordentlich Wind, sanft aus dem Ankerfeld heraus in die offene Bucht gezogen worden. Wir haben Glück gehabt, das wir auf diesem Kurs kein Schiff gerempelt haben, obwohl bei der Geschwindigkeit von weniger als einem zehntel Knoten wohl nicht viel passiert wäre. Der Ankeralarm piepste nur leise am Außenchartplotter.

Nach dem Kaffee düsen wir zurück, ankern neu und ziehen die Kette noch mal extra stramm. Das hält aber jetzt!

Von Airlie Beach ging es weiter in die Whitesunday Islands, zu einem weiteren Wiedersehen und viel schöner, australischer Natur. Davon, ganz bald, im nächsten Blog!

Es ist endlich wieder warm!

Von Fraser Island nach Great Keppel Island

Am 8. August viel der Anker in den Great Sandy Straites vor Fraser Island. Schön und wild ist es dort. Einsam und auch wieder nicht, denn wir sind mit einer ganzen Flotte von Booten unterwegs.

Als wir an unserem auserwählten Schlafplatz ankommen, liegen dort schon zehn Andere vor Anker. Tolle Aussicht und Sonnenuntergang hier, aber nicht gerade der beste Ankergrund und viel Strömung: eine halbe Stunde nach dem wir es uns gemütlich gemacht haben, kommt der Segler der eigentlich hinter uns liegen sollte, querab ins Blickfeld. Ups! Da sind wir wohl verdriftet! Schnell ein besseres Plätzchen gesucht und den Anker noch mal so richtig einfahren, dann wird es auch eine ruhige Nacht.

Im Morgennebel machen wir los. Es soll nur bis zur nächsten Marina gehen. Leider war das wohl ein bisschen blauäugig von uns; als wir um 9 Uhr dort anrufen, ist schon alles belegt und wir können nur draußen, vor der Mole ankern und dann zum Abendessen mit dem Dinghi reinfahren. Na gut, denken wir uns. Kaum Wind, alles ruhig, dann machen wir das doch. Und wenn es nett ist, können wir für die übernächste Nacht drinnen ein Plätzchen kriegen.

Mhh, also das Balaena Restaurant in Hervey Bay war total schnuckelig und sehr lecker, aber der Weg dorthin eine Katastrophe! Heftige Tidenströmung, die gegen den Wind stand, hat eine ordentliche Welle verursacht. Wir haben das Dinghi kaum abgeseilt bekommen und die Kinder, im Dunkeln, förmlich reinwerfen müssen, weil es so getanzt hat!

So etwas haben wir natürlich schon öfter gemacht, aber dann war es warm und das Wasser kristallklar und einladend…

Also noch so eine Nacht auf der Fußmatte der Marina kampieren kam dann nicht in Frage. Morgens ging es gleich weiter Richtung Bundaberg.

Und dann war er da, der perfekte Segeltag! 18 Knoten gleichmäßiger, achterlicher Wind und nur eine sanfte Dünung auf dem, gerade mal 10 Meter tiefen Meer. Unter Gennaker machen wir 11 bis zu 14 Knoten, wunderbar!

Mittags schon, liegt Bundaberg querab. Wir brauchen nicht lange zu überlegen: Da fahren wir heute nicht rein! Wir rauschen einfach weiter!

Im Funk hört JD, wie sich andere Segler für die Bucht bei Town of 1770 zum nächtlichen ankern verabreden. Das können wir wohl auch noch schaffen!

JD in meiner Jacke, auch die Handschuhe sind nicht zum arbeiten! Egal, der arktische Südwind bring uns super flott voran!

Der Wind bleibt uns den ganzen Tag treu und wir schaffen es noch locker vor dem Abendessen bis zur Bucht. So schön das Segeln auch war, wir sind rechtschaffen müde, als wir, im Dunkeln, den Gennaker bergen müssen. Es wird ein ziemlicher Kampf mit dem großen Segel und bis es endlich in der Kiste ist, fallen ein paar recht unfeine Kraftausdrücke auf dem Vorschiff der Pami… Zum Glück hält wenigstens der Anker gleich beim ersten Versuch!

Wer früh schlafen geht, kann auch früh aufstehen und so erreichen wir am Nachmittag des 11. August, die Marina Gladstone. Hier sieht es nett aus. Viel Grün, gepflegt Parkanlagen und tolle Spielplätze. Zum Einkaufen und abends Ausgehen, müssen wir ein gutes Stückchen laufen, aber das tut den steifen Matrosenbeinen mal ganz gut. Hier wird es auch endlich spürbar wärmer. Die Jungs lassen ihre dicken Jacken abends wieder zu Hause – ich noch nicht. Wir bleiben vier Nächte, dann geht es weiter nach Norden.

Marina Gladstone
Das war ein langer Einkaufsspaziergang!

In Keppel Island warten Matthias und Dasha auf uns. Das deutschsprachige Pärchen, mit dem wir seit Coffs Harbour Staffel-Segeln nach Norden spielen.

Kaum hält der Anker, in dem endlich wieder kristallklaren Wasser, werden wir auch schon im Dinghi abgeholt. Keppel hat kein Dock, nur weite, weiße Sandstrände. Da können wir nicht ohne größeren Aufwand an Land, aber das kleinere Schlauchboot der Beiden kann man problemlos „beachen“: Schwung nehmen, Motor hochklappen, gerade auf den Strand fahren und dann noch bis zur Hochwassergrenze den Strand rauftragen.

Wie lange sind wir nicht mehr Barfuß durch den Sand zu einem Beachclub gelaufen? Könnte Bora Bora gewesen sein. Dort hatte ich allerdings keine Winterjacke über dem Tshirt…

Der Abend wird ausgesprochen lustig! Gleich neben unserem Tisch steht ein hoher Baum, der von einem äußerst zutraulichen Possum bewohnt wird! Diese Beuteltiere haben nichts mit dem Opossum zu tun, außer das sie etwas gleich groß sind. Das Possum ist sehr possierlich und ähnelt eher Waschbären oder Katzen, aber mit Nichten einer Ratte, wie das Opossum.

Wir verbringen viel Zeit damit, unserem neuen Freund Möhren und Brokkoli zu füttern. Daneben gibt es auch witzige Vögel! Der Sowieso-Curlew, ein Brachvogel, schreitet, friert ein, schreitet wieder und sieht dabei wahrlich dünkelhaft aus!

Vielleicht hat uns das Possum als etwas zu aufdringlich empfunden, oder JD hat ihm zu viel Wasser aufgedrängt, auf jeden Fall hebt es irgendwann, in zwei Meter Höhe, den Puschelschwanz und pinkelt uns vor die Füße. Das war nur lustig, denn keinen hats erwischt. Als es aber, etwas später, unsichtbar von hoch oben aus der Baumkrone, unserem netten Kellner direkt auf den Kopf strullt, können wir uns -entschuldige Mate!- vor Lachen kaum halten. Obwohl es uns natürlich echt Leid tut! Aber dieser Gesichtsausdruck, als ihm klar wurde, was das ist…

Ins Wasser gehe ich noch nicht, Michel aber schon!

Es folgte noch ein Miniabenteuer, bevor es nach zwei Nächten vor der Insel, in die Keppel Bay Marina am Festland geht:

Leichter Südschwell wird angekündigt und eine lange Perlenschnur von Booten, zieht um uns herum, von der südlichen zur nördlichen Ankerbucht. Wir liegen dazwischen, in sehr flachem Wasser und fühlen uns hier sicher genug. Aber um drei Uhr morgens muss das Licht in unserem heftig schwankenden Schlafzimmer angehen. Noch eine Stunde bis Niedrigwasser, unangekündigte 25 Knoten Wind und wahrlich nicht nur leichter Schwell, lassen uns befürchten auf Grund aufzusetzen. Also raus aus den Federn, in den kalten Wind und mit hängenden Ohren den Anderen hinterher. Zum Glück können wir nur eine halbe Stunde später wieder in unser, jetzt ruhiges, warmes Bettchen kriechen!

21. August, 9 Uhr.

Wir sind wieder unterwegs. Vor zwei Stunden haben wir die Marina Richtung Mackay verlassen.

Panoramafotos mit schwimmenden Jungs

Es sei noch schnell erzählt, dass wir auch Earl und Diane, die Aussis die mit uns von Tahiti rüberkamen, wiedergesehen haben! Earl stammt nämlich von hier und der Familienbesuch viel zufällig mit unserm zusammen. So hatten wir eine sehr nette, gesellige Zeit, in dieser großen, gemischten Runde!

Von Brisbane nach Fraser Island

Endlich steht der Gennaker! Wir machen 6,5 kts Fahrt und verlassen die Bucht von Noosa am frühen Montag morgen.

Letzten Mittwoch haben wir noch eine zweite Nacht mitten in Brisbane verbracht. JD hat seinen neuen Reisepass beantragt, wir waren ein bisschen shoppen in der City, sind über die Storey Bridge gefahren, haben noch einmal den Botanischen Garten besucht und abends, am Kangaroo Point, den Mexikaner mit dem unglaublich individuellen Namen „Frida Kahlo“ getestet.

Es war tatsächlich köstlich und sehr authentisch, bis hin zum mexikanischen Kellner. Besonders putzig fand ich, dass sich JD, quer über Kontinente hinweg, von Tayrina bei der Wahl des Hauptganges hat beraten lassen…

Die Storey Bridge

Für zwei weitere Nächte sind wir nochmal in der Rivergate Marina eingekehrt. Hier war vor einem guten halben Jahr von Tahiti aus unsere erste Station. Allerdings wollten wir mitnichten in diesen Erinnerungen schwelgen, sondern nur auf besseres Wetter warten und noch mal ordentlich einkaufen.

Jason, der nette Marina Manager, hat sich natürlich an uns erinnert und schon am Telefon angeboten, uns in die nächste Mall zu chauffieren. Außerdem kostet Rivergate nur knapp die Hälfte von der Dock Side Marina – das muss ja auch mal erwähnt werden.

Lammkoteletts vom Marinagrill in Rivergate am wärmsten Abend seit Monaten.

Dann ging es endlich wieder Richtung Ozean. Blaues, duftendes Meer, statt trüber, brauner Flussbrühe!

Vor Bribie Island haben wir uns eine Mooringboje für die Nacht geschnappt – allerdings erst im zweiten Anlauf. Wohl etwas aus der Übung gekommen, die Crew der JaJapami, was?

Auf dem Bauch liegend mit dem Enterhaken in der Hand habe ich vorne über dem Netz gehangen und nach der Schlaufen von der Boje geangelt. So weit, so routiniert. Dann, schlecht gezielt, hat sich der verflixte Haken festgeklemmt, Kommandos wurden nicht richtig gegeben oder verstanden und -schwups!- trieb das, aus der Hand gezogene Ding in Meer!

Hektisches manövrieren, Rumgeschimpfe (der Aluhaken läuft langsam voll und sinkt dann) langestreckte Arme und Beine, dann erwische ich ihn Achtern mit dem Fuß! Außer einem nassen Socken ist nichts passiert und beim zweiten Anlauf machen wir problemlos fest. Geht doch!

Auch der nächste morgen birgt eine Überraschung für mich. Diesmal aber eine sehr angenehme: Ich werde vom gemütlichen Summen der Motoren geweckt und hinter den Vorhängen sehe ich die Küste in strahlender Morgensonne an uns vorbeiziehen. Da war der Käpt’n schon früh munter, hat alleine losgemacht und uns schon einmal auf Kurs für die nächste Tagesetappe gebracht! Was für ein Luxus!

Leider bleibt der versprochene Südwind aus. Wir motorsegeln also bis Mooloolaba und ankern dort, mittags, kurz entschlossen und leicht genervt vom Nordostwind, der statt des vorhergesagten Südwester weht, vor dem Strand. Da wir hier aber nicht so ohne weiters an Land können, wird es uns schnell langweilig. Wenn wir eh nur auf der Pami hocken, können wir das genauso gut auf See tun. Könnte auch gerade noch so reichen, um bei Tageslicht in Noosa anzukommen. Also wieder Anker auf und weiter die Küsste rauf.

Die Sonne geht bei Devil’s Kitchen unter.

Die Sonne geht gerade hinter Devil´s Kitchen unter und wir passieren Hell’s Gates im Abendrot und laufen in die Bucht von Noosa ein. Gewiss hatte sich dem Namensgeber einst derselbe Anblick wie uns geboten: Tintenschwarzes Meer, dahinter die gestochen scharfe Silhouette Queenslands, mit zweit pyramidenförmigen Hügeln, die wie Zähne vor dem tiefroten Himmel aufragen. Eindeutig das Tor zur Hölle!

Das Licht reicht gerade noch, um drei andere Ankerlieger auszumachen und sicherzustellen, dass wir nicht in die dort gespannten Hainetze geraten. Der Anker hält bestens und wir haben eine ruhige Nacht. Nur ein bisschen kalt, brrr.

Vor dem ersten Kaffee geht es schon wieder los. Wir müssen zur rechten Zeit an der Sandbank vor Fraser Island sein um problemlos in die Great Sandy Straites einfahren zu können. Und da sind wir nun. Querab Rainbow Beach und voraus Fraser Island. Ich geselle mich mal zum Käpt’n an den Steuerstand, bereit den Gennaker zu bergen.

Fraser Island

P.s.:

Die Einfahrt in die Straites war ganz schön ruppig! Durch die Sandbänke vor der Einfahrt baut sich eine gepflegte Welle auf, die einem dann seitlich vor die Flanke klatscht. Eine halbe Stunde Ungemach bis man sich endlich seinen ruhigen, aber anspruchsvollen Weg zwischen vielen kleinen Inselchen hindurchsuchen kann.

Guten Morgen Michel! 🐨

Nebel über Moreton Bay

Wir gleiten durch die Moreton Bay eingehüllt in dichten, weißen Nebel. Es ist schon fast unheimlich und man fühlt sich so abgeschieden von der Welt, wie mitten auf dem Ozean.

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
(Mörike)

Drei Nächte haben wir in der Royal Queensland Yacht Squandron Marina in Manly verbracht. Earl und Diane haben ihr Schiff dort liegen und wohnen nicht weit. Es war ein sehr nettes Wiedersehen und wir sind sind ganz standesgemäß abends mit dem dem Dinghi gemeinsam zum Italiener gefahren.

So viele Pelikane in Manly!

Coomera, die Werft, GCCM, Boat Works und die ganzen Reparaturen hinter uns zu lassen war ein gutes Gefühl! Am Samstag haben wir uns auf den Weg durch die Kanäle nach Norden gemacht. Bei Cabbage Tree Point mussten wir wieder unter den Stromleitungen durch. So nahe wie möglich an dem Mastfuss vorbei, denn natürlich hängen die Kabel in der Mitte am tiefsten, mit bangen Blick nach oben, obwohl wir die Stelle schon einmal passiert haben. Die offizielle Angabe ist 20 m, unser Mast ist 24 m über dem Wasser, da darf man schon mal weiche Knie bekommen.

Werbefoto für GCCM. In den großen Hallen stehen die Schiffe an Land, in den kleineren sind Werkstätten untergebracht.
Stromkabel quer über das Fahrwasser

Danach war alles easy. Nur unter Genua, konnten wir sogar lange mit 7 Knoten segeln – wunderbar!

Jetzt geht es noch einmal den Fluss hinauf, auf eine Stippvisite in Brisbane, um dann in den nächsten Tagen, bei gutem Wetter, weiter nach Norden zu segeln.

P.S.: Auf der Suche nach einem Plätzchen für die Nacht, sind wir an der kleinen Dock Side Marina mitten in Brisbane vorbeigekommen und da war tatsächlich noch ein Liegeplatz für uns! Ein bisschen teuer und ganz schön schauckelig für einen Fluss, aber dafür sehr malerisch, mit Strom für die Heizlüfter und mitten im Zentrum. Was will man mehr?

Pami in der Werft

Fürs Erste haben wir es geschafft! Letzte Woche stand die Pami fünf Tage an Land und wir sind ganz knapp mit allen Projekten fertig geworden.

Endlich ist der neue Motor angekommen!

Das Wichtigste war ein neuer Steuerbordmotor und ein neuer Backbord-Saildrive, die uns im Rahmen der Gewährleistungsperiode von Oceanvolt gesendet wurden. Beide Teile hatten bereits in Tahiti nicht mehr perfekt funktioniert, aber uns trotzdem noch über 4000 Meilen das Fortkommen ermöglicht.

Vom Motor, bzw. dem Sensor obenauf, kam kein klares Signal mehr am Motorcontroller an, um die exakte Position des Rotors im Motor zu bestimmen. Diese ist nötig, damit die Spulen im Motor zum richtigen Moment aktiviert werden, damit der Motor effizient und leise dreht. Da das Signal seit letztem Juni urplötzlich nicht mehr exakt war, machte der Motor vermehrt Geräusche und verbrauchte auch mehr Energie. Kein kritischer Fehler, aber nicht so, wie es sein sollte. Wir tauschten nach und nach den Sensor und den Motorcontroller (Sevcon Gen 4 für die, die es gerne wissen möchten) und das Problem mit dem Signal war nicht zu beheben. Daher schickte uns Oceanvolt nun die neueste Motorgeneration und der Fehler war Vergangenheit!

Der Saildrive war auch noch aus der ersten Generation, mit einer Verlängerung der Welle verbaut. Da entstand auf Dauer mehr Spiel, als gut war, und er lief dann mit Geräuschen und mehr Leistung. Den anderen Saildrive hatten wir schon in Papeete gegen die neue, verbesserte und verlängerte Version getauscht. Nun haben wir beide Seiten auf dem neuesten Stand und die Standfestigkeit sollte kein Problem mehr sein.

Dies gehört zu unserem selbstgesetzten „Auftrag“, mit unsere Erfahrungen Oceanvolt zu helfen, die Systembestandteile für Blauwassersegeln zu optimieren. Und nun können wir zufrieden sein, dass wir unser Ziel erreicht haben. Unser System sollte nun eines der wenigen ausgereiften Elektro-Hybridsysteme auf einem blauwassertauglichen Katamaran sein.

Alle anderen, neuen Systeme, die überall angeboten werden, müssen diese Lernkurve noch erfahren, im wahrsten Sinne.

Da wir für das gesamte Oceanvolt System noch innerhalb der Fünfjahresgarantie waren, wurden beide Teile auch einigermaßen problemlos aus Finnland geliefert. Natürlich nicht ganz so schnell wie wir uns das gewünscht hätten, aber der gemeine Segler ist ja sehr trainiert im Warten auf Ersatzteile.

Sobald die Teile an Bord ware, haben wir den haul out Termin mit der Marina bestätigt und die übrigen Projekte organisiert. Das heißt, Termine mit dem Elektriker und dem Schiffsallrounder Craig von Lighthouse Shipprights gemacht, alles für den Unterwasseranstrich, sprich Antifouling, besorgt und mühsam das Klebevinyl für die graue Zierlinie, die rund um den Rumpf geht, ausfindig gemacht und schließlich, teilzugeschnitten gekauft.

Frühstück im Marinacafe, während die Pami an Land gestellt wird.

Montag morgen ging es los und da war auch schon klar, dass wir nicht die ganzen fünf Tage für den Anstrich Zeit haben würden: Nach Wochen mit wunderbarem Sonnenschein kündigte sich die nächste Regenphase an. Ausgerechnet jetzt!

Bislang haben wir das Antifouling-Streichen immer machen lassen, denn es ist wirklich eine Schweinearbeit: dreckig, giftig und Rücken schädigend. Aber hier sind Arbeitsstunden so teuer, gerade für einfache Hilfskräfte und Handwerker, und wir hatten gehofft, dass einmal rund die Wasserlinie reicht, dass wir einmütig beschlossen hatten, diesmal selbst zu rollern.

Es ging ja auch. Nach dreieinhalb Tagen waren wir fertig, aber ich konnte abends kaum noch kriechen… Erst schrubben, spritzen und schleifen, dann ein bis zwei Schichten Primer wo es abgeplatzt war und der Gelcoat durchschimmerte und dann mit ein, zwei oder drei Schichten Antifouling drüberrollern. Und zwar nicht nur die Wasserlinie, sondern den ganzen Rumpf!

Schleifen…
…Primer, zum Glück fast nur die Kiele…
…Antifouling streichen.

JD und Mel haben sich die ersten eineinhalb Tage mit Motor und Saildrive vergnügt und nebenbei noch die Propeller blank gescheuert und geschliffen, während Team Craig sich dem, völlig unerwarteten Schaden am rechten Ruderblatt gewidmet hat, bevor sie die, mittlerweile glänzenden Propeller mit Probspeed überzogen haben.

2/3 geschafft!

Mit dem Ruder hatten wir in Bora Bora einen Korallenkopf geknutscht, aber der Schaden sah beim Tauchen nur marginal aus. An Land zeigte sich aber, dass das Ruder, durch die nur münzgroße Macke, Wasser gezogen hatte, das nun langsam wieder raustropfte. Sie haben es also freigeschliffen, aufgebohrt, getrocknet und wieder remodeliert. Ein bisschen wie beim Zahnarzt, nur größer.

Das Ruder beim Zahnarzt

Auch die grauen Zierstreifen haben wir gerade noch geklebt bekommen – im letzten Abendlicht und bevor der große Regen kam.

Mittwoch war nicht mal Zeit zum Kochen, doch zum Glück ist Nicki eingesprungen und hat alle vier Kinder verköstigt und betreut!

Die französisch-australische Seglerfamilie haben wir vor drei Wochen hier kennengelernt und die vier Jungs verbringen seitdem jeden Nachmittag zusammen. Traurig, dass sie diese Woche zurück an Land, nach Sydney ziehen; wir haben ein paar sehr nette Abende zusammen verbracht!

Vertrautes Bild mit neuen Gesichtern.

Auch wir können hoffentlich bald raus aus der Marina und in den wärmeren Norden segeln. Habe ich den letzten Blog nicht mit „Wettertiefpunkt bei 15 Grad erreicht“ geschlossen? Nun, da ging noch was! 8 Grad nachts und 12 mit Nieselregen tagsüber. Scheußlich! Und nur mit den zwei Heizlüftern überhaupt zu ertragen.

Es gab genau zwei Tage in den letzten fünf Jahren, in denen wir nicht draußen im Cockpit Mittagessen wollten, und die waren heute und gestern…

Von den ganzen anderen Schönheitsreparaturen und Wartungsarbeiten berichte ich in einem nächsten Blog. Wenn auch wirklich alles fertig und wieder an Bord ist. Jetzt will ich lieben noch die erfreulichen Momente zeigen, die auch durch die kostenlosen Marinaautos möglich waren!

Streichelzoo im Wildlife Sanktuary… sooo weich!
Er hat sich sogar bewegt!
Spinosaurus Attacke!
Happy birthday mein Kleiner! Wir schön, dass Du bei Sonnenschein mit Freunden feiern konntest!

Und zum Schluss noch eine der vielen, australischen Organisationskuriositäten: Bier gibt es nur in den Alkoholshops und nur in Pappkartons. Müllcontainer für Flaschen und Recycling sind schwer zu finden und landen oft im Normalen Landfill. Nach einem halben Jahr haben wir, eher zufällig, herausgefunden, dass es durchaus ein Pfandrückgabesystem gibt. Man muss sich nur die Mühe machen, mit säckeweise leeren Flaschen zu so einer Station zu fahren, ewig zu warten bis ein Automat frei wird, um dann die siffigen Flaschen in die siffigen Laufbänder zu legen. Bähhh

Pfandflaschenrückgabestation

Zurück zur Gold Coast

Wir sind zurück an der Gold Coast. Es wurde einfach zu kalt weiter südlich!

Ich muss mich mal ein wenig kürzer fassen, da der letzte Blog schon so lange her ist, dass ich einfach nicht alles erzählen kann.

Ins Coffs Harbour hatten wir noch einige schöne Momente, Sand, Meer und Natur und viel, viel Regen. Ray und Roberto, die beiden aus Taiwan und Süditalien, die dort Fuß gefasst haben, haben uns mit zu einem tollen Känguru Ausflug genommen. Wenn man weiss wo, ist es so einfach, ganz nah an die putzigen Gesellen ran zu kommen!

Es gab viele schöne Strandtage mit Wellentoben für die Jungs. Sie konnten einfach alleine hinlaufen, wenn sie wollten. Das war für uns alle Vier toll!

Das ist kein Fluss! Vor dem Regen war das der Weg vom Strand nach Hause!

Auch ein ausgewachsenen Sturm war mit im Programm! Der hat uns drei Fender gekostet! Schöner Mist. Zum Glück konnten wir den dicken Kugelfender später flicken.

Spitze waren 53 kt in der Marina, die uns voll auf den Steg gedrückt haben. Es hat gejault und geheult und geklappert und mir total meinen Geburtstag verhagelt. Man man man

Trotz Sturm und Regen gehen wir an meinem Geburtstag abends Essen! Jawohl!

Es gab auch einen Partyabend auf der Pami, wie wir ihr in Polynesien ständig hatten. Sehr nett war das!

Von links: JD, Dascha, Mathias, Earl, Diane, Ray, Roberto

Nach einigem Recherchieren und langen Gesprächen mit Earl und Diane, die ja gerade aus Sydney kamen, haben wir schliesslich und traurig beschlossen, nicht mehr nach Sydney aufzubrechen. Die Überflutungen dieses Jahr und die mangelnden Marina Liegeplätze für ein Boot wie die Pami, dazu wenig Möglichkeiten mit unserm Dinghi irgendwo anzulegen und allem voran und am wichtigsten, die Temperaturen zu dieser Jahreszeit, haben es einfach nicht ratsam erscheinen lassen.

Wir sind einige Tage bei 16 Grad aufgestanden und das ist nicht witzig auf einem Familienboot ohne Heizung. So haben wir, nachdem die Enttscheidung einmal gefällt war, nur auf das nächste Wetterfenster gewartet und sind dann zurück noch Norden, ins Warme.

Matthias und Dascha, das deutsch-ukrainische Paar mit dem wir uns angefreundet haben, sind ein paar Tage vor uns los, sind aber auf halber Strecke in eine Flussmarina eingekehrt. Wir dagegen, haben in einem Rutsch die 210 nm von Coffs nach Southport abgerissen. Mit guten Wind und einer entspannten Nachtwache, sind wir problemlos wieder in Southport eingelaufen und haben dort, auf vertrautem Terrain, mit viel Abstand zum Helikopterlandeplatz, geankert.

Leider mussten wir gemeinsames Essengehen, nachdem die beiden wieder hinter uns geankert hatten, erst einmal verschieben, denn uns hat Covid erwischt…. Erst JD, dann Paul und schließlich Michel und mich – wie die Dominosteine, Klack, Klack, Klack. JD und Michel, die beiden, die auf Tahiti letztes Jahr keine Symptome gezeigt hatten, als Paul und ich Delta hatten, hat es recht heftig erwischt. Dennoch, nach zwei Wochen war bis auf JDs Reizhusten alles wieder gut.

Wir haben in Southport noch ein bisschen Shoppen, Strand, Essen mit Freunden und Spielplatz genossen und uns dann auf den Weg zur Marina-Werft the Boat Works gemacht. Da gab es ein Missverständnis mit der Reservierung und aufgrund einer Bootsmesse in der Nähe ist dort alles ausgebucht. Mit Glück haben wir neben an in der Gold Coast City Marina, die benachbart ein sehr ähnliches Angebot haben, auf den letzten freien Platz gekommen. Ein sehr enges und aufregendes Einfahrts- und Anlegemanöver war nötig, um zwischen den dort liegenden Fischtrawlern hindurch in den Liegeplatz zu kommen. Aber es hat letztlich alles gepasst!

Und hier sind wir jetzt. Im Serviceparadies der Ostküste für Boote. Was und wie hier wieder alles so flott gemacht wird, kann hoffentlich einen neuen Blog füllen! …Und wie das Wetter jetzt so ist?? – Tja, Tiefpunkt heute erreicht hoffen wir: 15 Grad und Dauerregen.

Araukarien (die Bäume!) vor dem Vollmond in Coffs Harbour.

Fisch und Regen in Coffs Harbour

Coffs Harbour ist ganz putzig. Schöne Strände, viel Grün und der kleine Fischerhafen mit der Marina ziehen viele Spaziergänger und Wochenendausflügler an.

Fussläufig gibt es einige Restaurants, einen Bäcker mit gutem Sauerteigbrot und einen kleinen SPAR Supermarkt. Zur nächsten Mall kommt man easy mit dem Bus.

Für unsere Grundbedürfnisse ist also ausreichend gesorgt und in normalen Jahren, hätte man hier gerne mal, für ein paar Tage, auf guten Wind gewartet.

Leider ist es aber kein normales Jahr. Selbst in den deutschen Nachrichten habe ich viele Berichte über die unglaublichen Regenmassen und die Überflutungen gelesen, welche die Ostküste Australiens heimsuchen. Brisbane und Sydney und viele Ortschaften ringsum, hat es voll erwischt. Bis zu den Dächern überflutete Häuser, Seen wo vorher Parks und Innenstädte waren und Gullys, die wie Geysire sprudeln. Mit den Flüssen werden Pontonteile, Bäume und Kühlschränke bis zum Meer gespült. So Viele haben so Viel verloren. Es tut uns furchtbar leid.

Und wir sind mitten drin, müssen das Beste daraus machen und haben eigentlich auch noch richtig Glück gehabt. Die meisten Marinas und geschützten Ankerplätze liegen hier in den Flüssen und Deltas landeinwärts, Coffs Harbour dagegen im Meer. Und im Meer steigen weder die Pegel, noch werden hier Trümmerteile angeschwemmt. Wären wir noch in Brisbane, oder schon in Sydney gewesen, hätten wir sicherlich eine stressige Zeit gehabt! Hier hieß und heißt es nur: Regen, Regen Regen.

Eine shelfcloud oder Böenwalze kommt genau auf uns zu.
Es sieht aus, als wollte sie die Masten unserer Nachbarn fressen! Zum Glück bringt sie nicht mehr als 25 kt Wind und natürlich noch mehr Regen.
In blau und Sonne gibts das Bild auch!

Unsere Kuchenbude hält das Cockpit ja schön trocken und windgeschützt, nur hinten, wo die stabile Decke in den letzten Meter Stoffdach übergeht, hat sich eine nervige Tropfkante gebildet. Hat mich schon in Papeete gestört, aber was soll man machen? Eine Regenrinne im Schiff? Warum eigentlich nicht? Ein aufgeschnittenes Rohr könnte gehen – nur ist der nächste Baumarkt ohne Auto kaum zu erreichen.

Genau während dieser, meiner Überlegung, kam der freundliche, australische Zufall auf einem Stand-up Paddle Board vorbei! Während ich mit Michel frühstücke, paddelt Troy an uns vorbei, wir grüßen freundlich und er dreht um, kommt näher und meint, wir seien doch nicht von hier. Woher wir denn kommen, ob wir vielleicht Hilfe bei irgendwas brauchen. Er hätte ein Auto hier und könnte mich gerne mal irgendwohin mitnehmen. Tja – also, wenn Du mal zum Baumarkt fahren solltest, würde ich schon gerne…!

Noch am selben Nachmittag haben wir mein Drei-Meter-Rohr auf seinen Surfbrett-Dachgepäckträger geschnallt und – voila! – jetzt hat die Pami eine Regenrinne! War das nicht eine super nette Aktion, von diesem segelnden Australier?

Auch sehr nett war ein Wiedersehen mit Earl und Diane von der DUNRACIN. Die beiden waren ein paar Tage vor uns in Tahiti aufgebrochen und wir haben während der Pazifik Überquerung und danach, immer Emailkontakt gehalten. Jetzt sind sie auch hier, in der Marina und wir kommen viel zum Quatschen. Dann gibt es noch Matthias, der hier auf seinem Boot lebt und arbeitet und öfter mal bei uns vorbeischaut und „unseren“ neuen Italiener, bei dem wir jetzt schon immer wie ganz alte Stammgäste begrüßt werden.

Das Fiasko ist ein sehr freundlicher und leckerer Italiener um die Ecke.

Wir sind also nicht einsam und die Sonne kommt auch immer mal zum Vorschein.

Aussi-Humor: ich habs im ersten Moment für echt gehalten und mich tierisch erschreckt!

Und dann war da noch der Fisch im Ansaugrohr! Irgendwas hat die Ansaugpumpe für Seewasser blockiert. Also haben wir das kleine Sieb, was vor der Pumpe ist, rausgenommen und gereinigt. Es war allerdings nicht besonders dreckig. Beim wieder einsetzen, hat es zwar klick gemacht, aber man kommt nicht gut dran und sehen kann man es auch nur, wenn man den Kopf halb in die Bilge steckt. So blieb unbemerkt, dass nur die eine Seite wieder eingerastet war. Und was passiert, wenn man ein Loch im Schiffsrumpf nicht ordentlich verschließt? Klar, es sprudelt leise und stetig Wasser ein.

Die Folge war, das kurz vorm Morgengrauen die Bilgepumpen mit lautem Getöse ansprangen! Diesmal mussten wir aber nicht lange suchen, wo das ganze Wasser herkam und mit einem Griff war das Ventil vor dem Sieb geschlossen. Die fiese Überraschung kam beim zweiten Wiedereinsetzen des Siebes: ein leicht verwester, sardinengroßer Fisch hat das Rohr blockiert – bähhh!

Fisch raus, Sieb rein, war schnell erledigt. Die Bilge leer pumpen, nochmal mit Süßwasser spülen und dann ganz trocken legen ging leider nicht ganz so schnell. Und das, obwohl wir damit nun schon reichlich Übung haben. Man man man.