Neuseeland ungeschminkt

Coromandel, Hot Water Beach

Menschen die sich mit einer solchen Begeisterung und Enthusiasmus in den Sand wühlen, wie sonst nur der Maulwurf Grabowsky auf einer grünen Wiese, sind total nett und witzig anzuschauen!

Es ist aber auch wirklich cool, (oder besser „heiß“) wenn sich bei Ebbe das kühle Meer zurückzieht und man die Wärme durch den Strand dringen spürt.

Eine vulkanische Quelle fließt unter dem Sand ins Meer und erwärmt einen Bereich von etlichen Quadratmetern. Man kann sich kleine Spaten mieten und damit seinen privaten Whirlpool buddeln. Oder man baut einfach eines der vielen, vorhandenen Löcher weiter aus – was den Charme hat, dass man schon vorher eine Ahnung von den lokalen Temperaturen bekommt. Die kann nämlich locker zwischen 30 und 60 Grad variieren!

Ich habe eine Gruppe Holländer gesehen, die unbedacht in eine große, freie Grube gesprungen sind und augenblicklich, laut quietschend, und mit roten Füßen und Kehrseiten, wieder raushüpften! Tja, hatte halt seinen Grund, warum dies der einzige unbesetzte Krater war… heiß, heiß, heiß!

Campiert haben wir wieder auf einem der tollen Holiday Parks, die mit Spielplätzen, Hüpfkissen und Pools, bei unseren Jungs sehr beliebt sind!

Übrigens ist das Essen hier auch ganz wunderbar: Grünlippmuscheln (eine Variante von Miesmuscheln), Austern, Lachs, Lamm natürlich und wunderbares Obst und Gemüse, sind meine Highlights.

Weiter ging’s mit einem Besuch in Hobbiton. Ja, man kann hier wirklich, als Mensch, durch das Auenland der Hobbits wandeln!

Die Filmkulisse von The Shire befindet sich auf einer Schafffarm bei Hamilton. Nachdem der Herr der Ringe abgedreht war, verfielen die Kulissen, und immer wieder sind Fans dort unerlaubt eingedrungen. Als man für den Hobbit nun wieder dort drehen wollte, hat der Farmer die Bedingung gestellt, dass die Hobbithöhlen solide und für mindestens 50 Jahre haltbar gebaut werden müssen.

Gesagt, getan und der Farmer muss nun ein reicher Mann sein, denn jährlich wird die unglaubliche Summe von mehr als 500.000 Touristen durch die kleinen Hügel geschleust, nur in Touren und die kosten mehr als 50 Euro pro Person!

Et is aber schön da, janz ehrlisch!

Und es war das beste Erlebnis bislang.

Zum Abschluss noch ein paar Kommentare zu NZ, wie wir es bislang gesehen haben. (Das heißt, der mittlere Teil der Nordinsel.)

Die Landschaft hier ist wirklich wunderschön, aber auch hier wird Schafe zählen nach ein paar Tagen langweilig.

Die Kleinstädte sind leider total verbaut und ohne Charme. Überall Asphalt, keine Fußgängerzonen, reizlose Gebäude mit riesigen Reklameschildern und auch die bestbewerteten Restaurants, wirken eher wie Fastfoodbuden.

Dazu sitzt man gerne bei laufendem Motor im Wagen und telefoniert. Umweltschutz ist hier offenbar noch nicht so richtig angekommen.

Die Bungalows, oft im Kolonialstil, in denen hier viele wohnen, sind sehr niedlich, wirken aber, mit ihren super adretten Gärtchen ringsum, ehrlich gesagt ein wenig spießig. Viele Details sind total antiquiert: Einfachverglasung, keine richtige Heizung oder Isolierung, Wasserhähne in warm und kalt getrennt und nirgendwo Solarzellen – und das bei der Sonne!

Andererseits: Kiwis scheinen nie zu frieren! Flipflops, Shorts und T-Shirts, ob nun bei 13 oder 23 Grad. Alles ist cool, awesome und easy. Und alles ist sauber, vor allem die öffentlichen Toiletten, die es überall gibt! Trinkwasserspender an jeder Ecke und Tabwater überall gratis – einfach super.

Man mag mir nachsehen, wenn es ein bisschen negativ klingt. Nach einer wunderbar sonnigen Woche, regnet es seit heute Morgen ununterbrochen. Es ist wieder kühl geworden und Pauli hat sich nun auch meine Erkältung eingefangen und liegt mit leichtem Fieber im Bett. Zum Glück wusste der Käpt’n ums Wetter und hat uns in einer netten Motel-Unit auf einem schönen Campingplatz einquartiert.

Das Bier, das ich gerade bekomme, schmeckt auch hervorragend – könnte also schlimmer sein…

Und es ist eines der Ersten, die in Mehrwegflaschen angeboten wird. Sonst wird hier SEHR viel Plastik als Verpackungen genutzt, was uns auch sehr überrascht hat. Wir dachten, Deutschland sei Verpackungsmeister, aber hier ist es noch krasser. Müll wird hier teilweise getrennt, aber es gibt immer noch „land fills“ wo Müll einfach vergraben wird. Vieles scheint hier eben noch wie vor 30 oder 40 Jahren.

Nachtrag: Ein paar Tage nachdem der Blog geschrieben war, waren wir im Auckland Zoo und haben dort folgendes Schild mit einer traurigerweise unsere Eindrücke bestätigenden Botschaft gefunden:

New Zealand going naked oder 90% des ursprünglichen Waldes sind unwiederbringlich zerstört 😥

Und im Auckland Museum gab es die Nachricht, dass seit 1840 die Maori 96% (!!!) des Landes an die Einwanderer verloren haben. Es gab Ende der 1970er noch Landversteigerungen von Maori-Land. Alles ziemlich traurig.

Zu Hause bei der ROGUE Crew

ROGUE und JaJapami

Seit drei Tagen wohnen wir bei den Tuckers. Wir haben zusammen den Atlantik überquert, unsere fünf Jungs sind gemeinsam durch die Inselwelt der Ostkaribik getobt und 2018, im Mai, lagen wir ein letztes Mal gemeinsam vor Anker in der Dominikanischen Republik. ROGUE ist damals recht zügig in den Pazifik gesegelt und war nach eineinhalb Jahren Gesammtreisezeit zurück in ihrem Heim an der Ostküste der Nordinsel.

Happy Helloween: zu ersten Mal machen unsere Jungs Trick or Treat

Jetzt, nach so langer Zeit, sind wir tatsächlich hier bei ihnen und es fühlt sich so richtig familiär an! Das Haus liegt an einem kleinem Meeresarm, vom Garten geht ein Steg ab, an dem das Boot der Eltern liegt. Ringsum Natur pur und vereinzelte Nachbarn. Was für ein Fleckchen Erde zum Leben!

Die Natur hier, überrascht mich in wenig. Ich hatte sie nicht so — europäisch erwartet. Im grünen Rasen unter den Eichen blühen die Gänseblümchen, Butterblumen und Löwenzahn und dazwischen hüpfen Spatzen und Amseln. Die Vorgärten sind mit den selben Ziersträuchern und Frühjahrsblumen bepflanzt wie daheim und vor dem Haus schwimmen die Stockenten. Ein oberflächlicher Blick auf die Landschaft, könnte einen vermuten lassen, durchs Sauerland oder durch Bremen zu stromern.

Schaut man allerdings genauer hin und fährt und wandert durchs Outback, sieht man die Ursprüngliche Vegetation, die geprägt ist durch mächtige, endemische Kiefern und Baumfarne.

Die Baumfarne finden sich auch in Polynesien, aber nicht in so gigantischen Ausmaßen! Wir sind durch ganze Wälder gelaufen, die ihre Kronen in bestimmt sieben Metern Höhe ausbreiteten. Sehr faszinierende Gewächse.

Was einem hier, im wahrsten Sinne des Wortes, noch in die Augen sticht, ist die Sonne! Wir sind lange am Äquator herumgesegelt und haben Monate unter der Sonne Polynesiens verbracht, aber es war niemals so klar, so stechend, wie hier. 15 Grad und eiskalter Wind, aber sobald du in die Sonne kommst, fühlst du dich wie ein Steak auf der Sizzle-Zone!

Wer den Herr der Ringe, oder den Hobbit gesehen hat, weiß wie die Landschaft hier aussieht: unendlich weite, grüne Hügel, gespickt, wahlweise mit Schafen oder Rindern. Flüsse, Schluchten und Wasserfälle neben, oder durch urtümliche, dichte Wälder. Sehr imposant!

Ein Wald aus Baumfarnen

Wie immer sind wir schneller gereist, als ich einen Blog fertig stellen kann. Mittlerweile sind wir mit einem kleinen Camper unterwegs und ich kann schon einmal verraten, dass es im nächsten Blog um menschliche Maulwürfe im heißen Sand und Hobbithöhlen gehen wird…

It’s Kiwi like fish’n’chips

Das bemerkenswerteste an Neuseeland sind bislang eindeutig die Kiwis selbst. Nein, nicht des Landes Nationalvögel, sondern die Residents! Die Neuseeländer bezeichnen sich selbst als Kiwis und das oft und gerne in einer Art, als würde es alles erklären. „Yia, I did – I’m a Kiwi!“

Die fünf Kiwi-Arten die es gibt, ausgestellt im Museum Te Papa.

„Bungee jumping is Kiwi like fish’n’chips!“ (Bungee ist so neuseeländisch wie Fish and Chips!), ist auch so ein Spruch, den ich ausgesprochen nett fand.

Läuft man durch die beiden Großstädte Wellington oder Auckland, sieht man die Gesichter der Welt: indische, rothaarig irische, asiatische, Maori, britische, polynesische, weiße und wenige schwarze. Das ist nicht soo ungewöhnlich, aber die Leichtigkeit mit der alle durcheinander gemischt sind, das habe ich bislang noch nicht erlebt. Ein Pärchen ist mir besonders vor Augen: Sie: weiß, blond, chick-modern für Anfang Siebzig. Er: indisch, lila Turban, blaue Sonnenbrille, chicke indische Tracht, selbes Alter, beim gemütlichen Hafenspaziergang Hand in Hand. Sehr nett.

Auckland

Von Auckland nach Wellington bin ich alleine geflogen und habe mir natürlich Busse statt Taxis gesucht. Überall waren alle sehr hilfsbereit, haben mir den Weg gewiesen, bestätigt, dass das Wetter für die Jahreszeit wirklich ungewöhnlich kalt und windig ist, und ein wenig geplauscht. Morgens um 9 Uhr war der Termin bei der deutschen Botschaft zur Beantragung eines neuen Passes. Alles ging schnell und unkompliziert, nur das Passfoto aus Papeete hat Schwierigkeiten gemacht: nicht zentriert! Es folgten einige spannende Minuten, aber der nette Bayer hinter der Scheibe konnte zum Glück ein wenig tricksen und so ist es gerade noch mal gut gegangen. Puh!

Wellington

Nach einem langen Marsch quer durch Wellington und zwei Museen (Wellington Museum und das riesige Te Papa) ging’s zurück zum Flughafen und zu meinem drei Jungs. Es war nur ein kurzer Ausflug in diese wirklich sehr schöne Stadt, aber Auckland ist fast genauso nett.

Auckland

Leider wurden die nächsten Tage etwas ungemütlich. Nur einen Block neben unserem Hotel ist ein Großbrand ausgebrochen. Das fast fertig gebaute Convention Center ist komplett ausgebrannt und konnte erst gelöscht werden, nachdem die Flammen die Strohisolierung gänzlich gefressen hatten und das Dach eingestürzt war. Windböen bis 50 Knoten haben den dicken Qualm zwei Tage durch die Innenstadt getrieben. Wirklich scheußlich – da haben wir lieber das Weite gesucht und sind in das unterirdische Museum/Aquarium am Stadtrand gefahren. Sehr schöner Ausflug, zum dem man mit dem coolen Hai-Shuttlebus fahren konnte.

Diese Bilder waren einfach zu schön, um sie nicht zu kaufen…

Um der Natur näher zu kommen, haben wir uns für zwei Nächte eine Bleibe auf der kleinen Insel Waiheke gesucht. Nur 35 Minuten mit der Fähre von Auckland entfernt liegt das malerische Eiland, das für uns ähnlich wirkt, wie Spiekeroog: tolle Strände, kleines Dorf und viel Platz zum Wandern. Endlich ist auch das Wetter besser. Der scharfe, kalte Wind hat nachgelassen und in der Sonne wird es ordentlich warm.

Wir stromern quer über die Insel, um den Tag auf einem von den Weingütern, die es hier gibt, ausklingen zu lassen. Köstlicher Rosé und eine Reifenschaukel machen die ganze Familie glücklich!

Auf nach Neuseeland!

Nein, wir Segeln nicht kurzentschlossen, noch kurz vor der Zyklonsaison, nach Neuseeland. Obwohl das durchaus möglich wäre. Wir fliegen! Am Samstag geht es los und vier Wochen später sind wir wieder da, um rechtzeitig vor möglichen widrigen Winden, auf die sicheren Marquesas zu flitzen.

Buckelwal achterraus!

Dank einer glücklichen Fügung, muss Geri (unsere Pazifikcrew) zur gleichen Zeit auf Tahiti sein, in der wir weg sind. Natürlich wohnt er auf der Pami und kann hier alles in Schuss halten: eine perfekte win-win-Situation.

Geri haben wir auch unseren letzten Gast zu verdanken. Sein Kollege auf der Perlenfarm, der Berliner Momo, ist vor zehn Tagen am Flughafen Tahiti gestrandet; Flug-nach-Deutschland Probleme. Als er Geri von seiner misslichen Lage berichtet hat, ist dem sofort die Pami eingefallen. Wir lagen praktischerweise nicht weit vom Flughafen vor Anker und zwei Telefonate und zwei Stunden später, hatten unsere Jungs mal wieder jemand zum draufrumtoben und Momo eine kostenlose Bleibe mit Familienanschluss. Sehr schön.

Nach drei netten Tagen hat JD ihn zum Flughafen gebracht und nur vier Tage später kam schon Geri zu uns. Langweilig ist es hier wahrlich nicht.

Die Ernte von Momos und Geris Arbeit

Inzwischen sind wir gut vertäut in der Marina, und die Reisetaschen sind auch schon gepackt. In NZ ist Frühling, dass heißt, das wir alle warmen Sachen zusammensuchen und entstauben mussten. Die Jungs sind seid Deutschland letztes Jahr so gewachsen, dass Michel Pauls Jeans tragen kann und ich mit Paul, bei Affenhitze, lange Hosen kaufen musste.

In der Sonne kann es zwar verflixt heiß werden, aber für unsere neuen Solarpaneele ist es natürlich perfekt. Wir konnten, am Anker, unseren gesamten Energiebedarf, inclusive kochen, waschen, Kaffeemaschine etc. mit Solarstrom decken! Kein Bedarf mehr für den stinkenden Generator, selbst als wir vom Flughafen zur Marina motort sind! Das ist fantastisch! Die Pami ist jetzt wirklich ein grünes Boot, das, bei genügend Sonne, ohne einen Tropfen Diesel auskommt. Der Käpt’n ist zurecht stolz auf sein Werk.

Mittlerweile ist es Nachmittag. Alle wichtigen Dinge sind erledigt und als schönes Revival unserer Pazifiküberquerung, baut Geri gerade mit den Jungs das Siedler-Spiel auf, das sie zusammen auf dem Ozean gebastelt haben. Fehlt nur noch ein lecker Bierchen, oder?

In den Wolken auf Tahiti

Sechs Uhr morgens, die Sonne geht gerade auf, an Bord schläft noch alles und mit 22 Grad Celsius ist es noch vergleichsweise frisch. Auch hier, im vermeintlich ewigen Sommer, spürt man, dass der Frühling kommt. Der zarte Blumenduft, der immer von Tahiti ausgeht, wird intensiver und die kleinen, schwarzen Vögel, die hier die Nische der Spatzen füllen, zeigen offensichtlich amouröse Anwandlungen und suchen auch auf der Pami nach geeigneten Nistplätzen. Wir haben sie liebevoll Rotärschchen genannt, da sie nur an einer Stelle einen Büschel aus knallroten Federn besitzen. Aber beherbergen wollen wir sie nicht, da sie ihre Kleckse grundsätzlich auf Polstern oder Stoff hinterlassen und auch noch regelmäßig unsere Bananen schlachten. Ein sehr unpassendes Verhalten, wenn man auf Wohnungssuche ist, oder?

Gestern Abend gab es eine Invasion aus fliegenden Ameisen – wohl auch dem Frühling geschuldet. Für Paul und Michel war das Hochzeitsfest der Krabbeltieren ein riesiger Spass und sie haben die „Flugsoldaten“ mit Fliegenklatsche und Staubsauger, bis zum letzten bekämpft. Wir Großen hoffen allerdings, dass alle Überlebenden ihre Partner gefunden haben und sich dieses Spektakel nicht noch einmal wiederholen muss!

Der Tag heute soll noch ordentlich Solarpower bringen. Nicht weil die Sonne so knallt – obwohl sie das natürlich tun wird – sondern weil wir noch einmal neue Solarpaneele installieren. Vier neue Platten, die über dem Dingi angebracht werden, liefern dann 1280 Watt mehr als vorher, insgesamt also über 2,7 kW! Natürlich nur wenn die volle Leistung möglich ist. Nebenbei wird auch noch das Dingi vor Sonne und Regen geschützt. Eine runde Sache, diese eckigen Platten! Und ein guter Grund ein paar weitere Tage in Tahitis Marinas zu verweilen, nachdem wir von den Gesellschaftsinseln zurück sind.

Bei unserem letzten Aufenthalt hier, haben wir eine Rundfahrt quer über die Insel gemacht. Mit einem kleinen Vierradantrieb Geländewagen ging es ein Stückchen die Küste lang und dann, über die einzige Straße, die wirklich ins Inselinnere führt, rauf in die Berge. Der erste Stopp war natürlich ein Wasserfall. Von den kleinen haben wir in Laufe des Tages noch viele gesehen, aber dieser erste war besonders hoch und lag sehr malerisch in einem kleinen Felsenkessel inmitten des Dschungels.

Badesachen mitzuschleppen war aber dann doch ein bisschen zu optimistisch gedacht. In der Regenzeit verwandelt sich der kleine See bestimmt in eine wunderbare Badeoase, aber jetzt lud das geröllige Ufer und der niedrige Wasserstand eher zu einem Knöchelbruch und glitschigem Gerutsche, denn zu erfrischendem Geplansche ein.

Auf unserem Weiteren Weg zur Inselmitte, konnten wir dann endlich Pauls Wunsch erfüllen und mitten in den Wolken sein. Und was für Wolken! Dick und grau und voller warmem Regen. Klar wäre es toll gewesen, wenn wir einen der wenigen Tage erwischt hätten, an dem Tahiti seine Gipfel nicht so dicht verschleiert, aber auch so war die Aussicht beeindruckend und die Natur so nah! Es ging über schmale Schotterpisten langsam nach oben, bis zu der kleinen Bergstation, in der man auch übernachten und etwas essen kann.

Wir hatten Sandwiches mit und haben im Regen im Wagen gepicknickt, bevor wir uns an dem großen Warnschild vorbei, durch die – natürlich geöffnete – Schranke, auf den Weg zur anderen Seite gewagt haben. Nasse Farnwedel haben den Wagen gestreift und wenn die grüne Wand neben uns mal unterbrochen war, bot sich ein leicht nervenaufreibender Blick, auf steil abfallende Urwaldschluchten, bar jeglicher Zivilisation. Zwischendurch rieselten immer wieder kleine Wasserfälle neben der Straße den Berg herunter, um dann durch winzige Furten, oder manchmal auch kleine metallgedeckte Kanäle, die Straße zu queren.

Ich weiß nicht, ob ich nicht doch zur Umkehr gedrängt hätte, wenn wir nicht kurz vor dem kleinen Lavatunnel, ein Pärchen getroffen hätten, die die Strecke kannten. „Ca cest dificült, but you can do it!“

Man darf hier im öffentlichen Raum keinen Alkohol trinken. Aber ob sie sich deswegen in dieser Abgeschiedenheit ihr Bierchen geöffnet haben? Wir haben nicht gefragt, aber geschmunzelt.

Schlammige Serpentinen mit 20% Gefälle muss man mögen, um an dieser Tour gefallen zu finden. Oder man ist fünf Jahre alt, schläft einfach ein und träumt was schönes! Mir haben vor allem die Aale gefallen, die wir bei einer Rast in einem Flüsschen gefunden haben. Riesige armdicke Tiere, die man wunderbar mit kleinen Steinchen aufscheuchen konnte! Und die großen Furten, die man am Anfang und am Ende der Tour passieren konnte. Es gab an jedem Fluss eine Brücke und eine Furt zur Auswahl und wir hatten an beidem Spass. Es war einfach die richtige Menge Nervenkitzel, die man auf so einer Familientour haben möchte!

Alles in Allem ein sehr empfehlenswerter Ausflug und mal etwas anderes, als die üblichen Inselrundfahrten!

Mittlerweile nähert sich die Sonne schon wieder dem Horizont. Unsere neuen Solarpaneele ruhen auf einem soliden Gerüst über dem Dingi. Ich bin begeistert, wie wenig sie mir die Aussicht nach Achtern rauben. Sitzt man am Tisch, sind sie genau in Augenhöhe und so fehlt nur ein schmaler, horizontaler Streifen in dem Bild.

Seit dem Mittag ist Fritz wieder hier und die drei Jungs haben aus dem Wohnzimmer eine riesige Höhlenlandschaft gemacht. Hoffentlich kann ich sie später zu einem stressfreien Abbau bewegen… Die BELUGA ist mit uns hergekommen und liegt draußen, vor der Marina, vor Anker. Wollen wir schwimmen gehen, wechseln wir einfach, wie gestern, das Boot. Sehr komfortabel!

Viel Gesellschaft in den Gesellschaftsinseln

14. September 2019

Wir liegen vor Bora Bora, inmitten der vermutlich schönsten Farbenpracht, die unsere Erde zu bieten hat. Das Meer unter uns schimmert in klarstem türkisblau, über fast weißem Korallensand. Teile des Aussenriffs sind bewaldetes und palmengesäumt, mit breitem, sauberen Sandstrand. Nur ein paar Meter weiter, verläuft eine schnurgerade Grenze durchs Wasser, hinter der die Farbe abrupt zu einem sehr hellen grünblau wechselt. In diesem, nur 1,20 Meter tiefen Bereich, kann man bemerkenswert viele Adler- und Stachelrochen über den Grund fliegen sehen.

Kurz vor der Insel wird es noch einmal richtig tief, und auch hier wechselt die Meeresfarbe schlagartig – diesmal in tief strahlendes Blau.

Bora Bora, üppig grün bewachsen, ist der Prototyp einer Südseeschatzinsel. Ihre Mitte erhebt sich zu einer steilen Felsformation – offensichtlich die Überreste eines längst erloschenen Vulkans. Wenn ich mir hier, von Bord aus, dieses Panorama begucke, würde ich mich gar nicht wundern, irgendwo ein großes, rotes Kreuz zu entdecken: Die Stelle natürlich, wo der letzte Pirat das Versteck zu seinem großen Schatz markiert hat!

OLENA, Laure, Jana, Jost und Stephan vor dem Außenriff

Selbstverständlich kann man hier wunderbar Schnorcheln oder Muscheln suchen. Für uns war die letzte Woche allerdings mehr durch gesellschaftliches Treiben geprägt: Wir wussten, dass SERENITY und OLENA hier ihre letzte gemeinsame Zeit verbrachten und haben uns gefreut noch mal mit ihnen allen zusammen zu sein. SERENITY bricht jetzt, von hier aus, nach Westen auf, während OLENA, wie wir, noch eine Saison in Französisch-Polynesien bleibt.

Während die kleinen Olenas und JaJapamis, glücklich jeden Tag nach der Schule zusammen gespielt haben, konnten die Großen gemütlich plaudern, sundownern und Potluck Dinner veranstalten.

Sundowner

Die Bremer MARISOL war eines der ersten Blauwasserboote, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben – vor knapp zwei Jahren in La Palma! Und auch Sie haben eine Nacht neben uns an der Boje verbracht und sind zum Kaffeeklatsch und Strandspaziergang rüber gekommen.

Gestern war dann Schichtwechsel: kurz nachdem die drei Boote abgelegt hatten, traf Lady Jane hier ein. Es wird also bestimmt nicht langweilig…

Dinghiausflug zum Bora Bora Beach Club

Am Montag machen wir uns gemütlich auf den Rückweg nach Papeete. Von den übrigen Gesellschaftsinseln haben wir, ausser kurzen Übernachtungsstops auf Huahine und Tahaa, noch nicht viel gesehen. Jetzt wartet niemand auf uns, LADY JANE und OLENA kommen mit, und wir können uns Zeit lassen.

Maria und Jana auf koralligen Pfaden

Also auf ins Blaue – Wortwörtlich!

Tahiti – Moorea, Moorea – Tahiti

September 2019

Seit zwei Monaten sind wir schon hier! Ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wochenweise sind wir zwischen Tahiti und Moorea gependelt und haben ausgiebig genossen, keinem Zeitplan folgen zu müssen. Viele kleine Erlebnisse reihen sich zu einer Perlenkette wunderbarer Erinnerungen.

Ankerplatz vor Vaina, Moorea

LADY JANE kommt mal zu uns in die Marina, dann wieder treffen wir sie am Ankerplatz vor Moorea. Zur Zeit sind sie in Raiatea, der übernächsten Insel im Westen. Wir hoffen sie bald wieder zu sehen, denn wir wollen jetzt aufbrechen und die anderen Gesellschaftsinseln erkunden.

Zwischendurch treffen wir immer wieder alte und neue Bekannte – die Südsee ist echt ein Dorf! Mit der Schweizer OLENA verbringen wir eine nette Woche in der Marina Taina (Tahiti) und unsere vier Kleinen verbringen viel Zeit miteinander.

Ausblick von Taina Marina: Moorea im Abendlich

In Papeete fühlt sich Michel unglaublich cool und selbstständig, wenn er „mal eben Nick besuchen“ geht, und dafür alleine um das halbe Hafenbecken, zu dem blauen, deutschen Katamaran flitzen darf. Als wir vor einer Woche mal wieder in Papeete einliefen, wartete noch eine nette Überraschung auf uns: BELUGA, die mit uns von Galapagos aufgebrochen waren, hatte endlich auch Tahiti erreicht. Drei kleine Jungs hatten ganz viel Spass und Fritz hat drei Nächte, bei uns, mit Paul, in der sogenannten „Pulpo“-Kabine geschlafen.

Die Matrosen von BELUGA und JaJapami

Ich freue mich schon darauf, mit anderen Kinderschiffen auf so einem traumhaften Ankerplatz wie vor Vaiare (Moorea), zu liegen. Dort haben wir zum ersten Mal unseren Sea-Pool aus den Abgründen unseres Ankerkastens gewuchtet, und aufgeblasen. Ein tolles Spielzeug! Gedacht war er für die Kinder, als Schutz vor Quallen oder starker Strömung. Das hierfür vorgesehene, einhängbare Netz haben wir allerdings nicht mit ausgepackt, denn keins von beidem ist uns innerhalb der Atolle begegnet. Viel mehr ist es aber eine ganz tolle Badespaß-Plattform! Rennen darauf, abrutschen und platsch. So geht es dann stundenlang. Und JD liebt es, seinen Morgenkaffee auf der breiten Fläche sitzend mit den Beinen im Wasser zu genießen; und dabei die vielen dutzend verschiedenen Rifffische zu beobachten. Es gibt hier viele Nemos (Clownfische) und verschiedenste Arten Dorys (Doktorfische). Wunderbar, wenn der Sea-Pool dann über so einen Korallenfleck quasi schwebt.

Unsere Abenteuer sind auf ein nervenschonendes Mass geschrumpft:

Wo bleibt das Paket aus Frankreich, mit unseren Ersatzteilen? Nun, drei Tage bis Tahiti und dann 15 Tage im Zoll! Als es dann, völlig unspektakulär, mit einer Vespa, von FedEx auf der Mole abgeliefert wird, ist die Freude groß! Die letzten Garantiearbeiten auf der Pami können nun zügig erledigt werden.

Damit uns zwischendurch nicht langweilig wird, versenke ich in Taina unsere Aluleiter auf 16 Meter, die wir dort als Planke benutzt haben. Mit einem selbstgebastelten Haken aus einem Kleiderbügel und einem Taucherblei, angeln wir stundenlang in der Tiefe. Dank unserer mitabgesenkten Kamera, können wir sie genau lokalisieren – aber die ungünstige Lage hinter einem Pfeiler der Mole und die starke Strömung, verhindern, das wir den Haken über ihr absenken können. Doch Hilfe naht! Der Marinamanager erkundigt sich interessiert, was wir den da treiben und meint, nach erfolgter Auskunft, das dies ja wohl kein Problem sein. Am nächsten Tag wollten seine Taucher eh weitere Einkaufswagen vom Carrefour rauftauchen – da könnten sie die Leiter direkt mitbringen! Super! Aber auch ein bisschen skurril, oder? Tatsächlich hatten wir auf der Mole schon einige Wagen gesehen, die offensichtlich längere Zeit auf dem Meeresgrund verbracht hatten. Des Rätsels Lösung? Yachties, die ihren Großeinkauf vom nahegelegenen Carrefour, nicht zurückschleppen können oder wollen, nehmen einfach den Wagen mit zum Hafen und lassen ihn dort stehen. Der Weg auf den Meeresgrund ist dann nur einen kleine Schubs weit entfernt. Nun ja, die Leiter haben wir auf jeden Fall wiederbekommen und es hat nicht einen Cent gekostet. Die sah nach einem Tag im Wasser aus, als wäre sie uralt. Das blanke Alu wird von dem Seewasser unglaublich schnell angegriffen.

Aktuell liegen wir in der Marina Papeete, wo alle Garantiearbeiten erledigt wurden. Eigentlich wollten wir vor einer Woche los über Moorea nach Huahine, aber da kündigte sich unser zweites großes und sehnlichst erwartetes Paket an: Ulf war so lieb, ein paar Bestellungen aus Deutschland zu konsolidieren und alles zusammen in einem 31,5 kg schweren Paket bei der Deutschen Post aufzugeben. Das Paket ging dann zur französischen Post und von dort auf eine Odyssey durch Frankreich, wie sich mit einem Anruf bei der Post-Hotline herausstellte. Man hatte tatsächlich versucht, es unter der Münchner (!) Postleitzahl in Frankreich zuzustellen! Da scheinbar niemand bei der Post die Adresse gelesen hatte (Yacht JaJapami, Marina de Papeete, Papeete, Französisch-Polynesien), und die Zustellung unter der Absende-PLZ nicht möglich war (oh Wunder), sollte es an den Absender zurückgeführt werden! Aber wie durch ein Wunder gab es viele Tage später dann die Information, dass es in Tahiti beim Zoll eingegangen ist! Letzte Woche haben wir dann einen Zollagenten mit der Abwicklung beauftragt. Es sollte eigentlich zum Freitag abholbereit sein, aber leider hatte die Polynesischen Post am Freitag schon früh geschlossen, so dass wir bis Montag warten mussten. Und schwups, hat sich bis dahin das Wetter zu Starkwind entwickelt. Daher mussten wir also eine Woche länger warten mit der Abfahrt. Wir versuchen, nach Maupiti zu segeln. Eine wohl unwirklich schöne Insel. Aber es gibt dort nur einen Pass im Außenriff und der gehört wohl eher zu den haarsträubenden Pässen mit brechenden Wellen davor und einer ordentlichen Strömung dahinter. Die Lücke im Riff ist auch nur 70 Meter breit, also eine spannende und zum falschen Zeitpunkt auch gefährliche Angelegenheit. Wir werden es uns erstmal in Ruhe ansehen, und dann entscheiden, ob wir da durchfahren wollen. Drückt uns die Daumen! Wir würden gern von dort berichten.

BELUGA und JaJapami bei Lou Pescadou in Papeete

Ausflug nach Moorea

Tahiti, 1. August 2019

Liegt man in einer Marina und möchte schwimmen gehen, sollte man nicht unbedingt einfach von Bord springen. Klar, Betrunkene und Kleinkinder laufen Gefahr auf den Ponton zu krachen, aber das meinte ich nicht. Auch wenn das Wasser so klar aussieht wie hier, schwimmt mit Sicherheit immer so einiges Ekeliges herum. Und dabei denke ich nicht an die Hinterlassenschaften der Bootsbewohner, sondern der Boote selbst.

Paul, Michel und Oli rudern durchs Hafenbecken.

Wer hier in Papeete ankommt, hat meist seit Monaten kein fließendes Wasser mehr zur Verfügung gehabt und fängt daher als erstes an, wie Meister Propper persönlich, sein Schiff von oben bis unten zu wienern. Was da alles an Dreck und Reinigungsmitteln ins Wasser fließt, möchte man gar nicht so genau wissen. Liegt die Marina dann noch wie hier in einem riesigen Hafenbecken mit Containerterminal und Fähranleger ist es schon bemerkenswert wenn man ein halbwegs intaktes, marines Ökosystem vorfindet.

Neben der Uferpromenade ist ein kleiner Korallengarten auf Gittern angelegt worden. Nachts blau angeleuchtet ist das ein echter Hingucker! Da sich tatsächlich einiges an Rifffischen eingefunden hat, sieht man auch immer wieder größere Räuber, wie Barracudas, am Rande des Lichts lauern. Dazu noch Schildkröten zwischen den Schiffen und einmal ein kleiner Hai – für einen Hafen wirklich nicht schlecht. Trotzdem, schwimmen sollen die Jungs hier nicht.

Also haben wir einen kleinen Badeausflug nach Moorea, der Nachbarinsel, gemacht. 20 nm sind ein Katzensprung und in ein paar Stunden waren wir da. Ein bisschen ruppig war es allerdings! Nach so langer Zeit fest vertäut am Steg, war von unseren Seebeinen nicht mehr viel übrig und ich war froh, als wir die Nordöstliche Ecke der Insel gerundet hatten und es ein bisschen ruhiger wurde.

In der berühmten Cooksbay soll es zwar sehr hübsch sein, aber schlecht zu ankern. Wir sind daher direkt eine weiter, in die Opunuohu Bay. Bei ziemlich heftigem Westwind haben wir das Aussenriff passiert und natürlich wurde die See damit schlagartig ganz ruhig. Der Wind allerdings blieb, und wir konnten nicht verstehen, warum so viele Yachten vor dem Eingang der Bucht lagen. Die Ketten stramm gespannt und immer in der wagen Angst, dass der Anker des Nachbarn, oder vielleicht auch der eigene, nicht hält, sind keine guten Voraussetzungen für einen ruhige Nacht!

Wir sind also bis zum Ende der tief eingeschnittenen Bucht gefahren und haben dort gemütlich und windstill mit zwei anderen Yachten gelegen. Hier münden zwei Flüsschen, daher ist das Wasser recht trüb – dennoch ein hübsches Plätzchen!

Trampolin springen vor Traumkulisse

Nachmittags habe ich eine nette Kayaktur gemacht. Am dem kleinen Strand saßen ein paar Männer in den besten Jahren und haben immer wieder freundlich, mit viel alt-Herren-Charme, versucht mich auf ein Bier einzuladen. Vielleicht beim nächsten mal Jungs! Diesmal wollte ich ein Stückchen den Fluss raufpaddeln.

Auf der Brücke, welche die Mündung überspannt, hatte sich eine Horde kleiner Jungs mit waghalsigen Sprüngen ins Wasser vergnügt. Ich bin also schön vorsichtig drunter durch und habe erst mal nach oben gespäht, bevor ich ganz aufgetaucht bin, damit mir keiner von den kleinen Rackern aufs Boot springt. Wie dumm von mir! Als ob sie mich nicht gesehen hätten! Ich guckte in fünf strahlende Kindergesichter, die, mit dem Schalk im Nacken, zu mir runter spähten, und nur darauf warteten, dass ich gänzlich auftauchte. Natürlich kann man dann nicht kneifen! Also Augen zu, stabil hinsetzen, zwei Paddelschläge – und schon gab fünf gut platzierte Platscher direkt neben mir, die ein späteres Badengehen völlig obsolet machten. Mit viel Gekicher ihrerseits und „Mau ru uru“s (Danke), meinerseits, bin ich weiter den Fluss hoch. Natürlich in der Gewissheit, dass sie gewiss nicht heimgehen würden, ohne mich auf meinem Rückweg noch einmal erwischt zu haben.

Ich hätte Paul und Michel ja mit der Horde bekannt gemacht, aber wir sind am nächsten Morgen wieder raus aus der Bucht und auf zum nächsten Ankerplatz. An der Nordwestlichen Ecke der Insel war es auch ausgesprochen hübsch, allerdings hat uns der Wind ganz schön eins ausgewischt! Wir sind raus aus dem Riff und am nächsten Pass, nach Seekarte und Sicht (Augapfelnavigation) wieder hineinmotort. Das Fahrwasser war gut betonnt, aber ziemlich schmal und drum herum alles voller Riffen und Bommies. Bei Böen von über 25 kn von Backbord ist uns schon ganz schön die Düse gegangen, ob wir hier problemlos durchkommen!

Tatsächlich haben wir vor der letzten S-Kurve, die zu dem beschriebenen Ankerplatz, vor den beiden Motus (Inselchen) führte, gekniffen! Auf drei Metern haben wir den Anker mitten im Fahrwasser fallen lassen. Wir wurden von vielen, Touristen transportierenden, Wassertaxis und Kitsurfern umkreist, aber niemand hat Anstoß an unserem, etwas ungewöhnlichem Ankerplatz genommen. Ein freundlicher Zuruf, dass das Wasser dahinten tiefer wäre, war alles.

Nun ja, den Wind haben natürlich alle gespürt. Die Surfer haben sich gefreut, aber alle die Kayaken wollten, hatten schwer zu kämpfen. So auch ich. Am ersten Nachmittag bin ich kaum bis zum Anker gekommen und habe den Weg zu den Motus gar nicht erst versucht. Auch am zweiten Tag wurde es nicht viel besser. Mit dem Kayak kam ich zwar an Land und zu den Inseln, aber um die ganze Familie mit dem kleinen Zweitdingi an Land zu rudern, war es immer noch entschieden zu viel. Aber kein Problem, der Anker hält. Dank Plastimo drei Wetter Taft usw…

Natürlich hätten wir das große Beiboot aus der Hochseeverschnürung, in der es noch von den Tuamotus steckte, befreien können. Damit ist Anlanden aber nicht so einfach, da es zu schwer ist, um es auf den Strand ziehen zu können. Alles in Allem zu viel Aufwand für zu wenig Sehenswertes. Und Schwimmen und Schnorcheln konnten wir auch von Bord aus ganz wunderbar! Unglaublich klares Wasser, durch das man metertief die Rifffischchen an den Korallenköpfen sehen kann. Über Wasser das Bild, für das die Südsee so berühmt ist: sattgrün bewachsene, steile Inselhänge, hinter leuchtend türkisfarbenen Wasser, gesprenkelt mit Korallenköpfen auf weissem Sand. Einfach wunderschön.

Für den Interessierten noch eine kleine Abhandlung zu den geologischen und geographischen Gegebenheiten dieser Inselwelt:

Unterseeische Vulkane, verursacht durch die Hot Spots, „Löcher“ zwischen Kontinentalplatten, lassen Inseln entstehen. Durch den vielen Regen entsteht eine üppige Vegetation auf den steilen Hängen. Repräsentanten dieses Stadiums sind die Marquesas, im Norden Französisch-Polynesiens.

Im nächsten Zeitabschnitt bilden Korallen, im Schutze der Berge, ein Ringriff um die Insel. Innerhalb des Riffes kann sich, in, von der großen Pazifikdünung völlig geschützen Umgebung, eine einzigartige Unterwasserwelt entwickeln. Voilà – wir sehen die Gesellschaftsinseln, mit Tahiti, Bora Bora, Moorea und den anderen, weniger touristischen Eilanden.

Schaukasten des Perlenmuseums in Papeete.

Die nächste Stufe der erdgeschichtlichen Entwicklung zeichnen die Tuamotus: tektonische Bewegungen der Erdkruste verschieben sozusagen die Inseln mit der Erdkruste weg von den Hot Spots und damit erlöschen die damit verbundenen Vulkanen. Die erkalteten Vulkanschlote kristallisieren hauptsächlich zu Basalt. Aufgrund ihres unglaublichen Gewichtes versinken sie dann über Jahrmillionen in der Erdkruste. Zurück bleibt einzig dass ringförmige Korallenriff, in dem sich viele Abschnitte zu richtigen Inseln, den Motus, geformt haben. Und es gibt südlich von Tahiti ringförmige Strukturen, die wohl versunkene Ringinseln sind… sie sind etwa 200 bis 500 Meter unter der Meeresoberfläche, aber eben entsprechend über den 4000 Metern die hier die „normale“ Meerestiefe ausmachen.

Was wir also hier in wenigen Wochen besegelt haben, spiegelt eine kaum vorstellbare Zeitspanne der Erdentwicklung dar. Und sie ist längst nicht abgeschlossen! Zur Zeit entsteht südöstlich des Gambier-Archipels eine neue Insel (Bank Mac Donald). Noch liegt sie 10 Meter unter der Meeresoberfläche, aber nur eine Eruption mehr könnte sie in einem, oder vielleicht in 10 Jahren, endgültig in die Luft erheben. Ein neues Südseeeiland wird entstehen und wir können nur hoffen, dass Klimawandel, Polareisschmelze, Korallenbleiche und alles was dazu gehört, die Entwicklung eines neuen Paradises nicht gleich im Keim erstickt.

Marinaleben in Papeete, Tahiti

Papeete, 7. – 28. Juli 2019

Wir sind wieder in einer Marina! Nach vier Monaten auf offener See und am Anker schaukelnd, ist es unglaublich toll mit einem Schritt an Land zu kommen!
Es war auch genau der richtige Zeitpunkt, hier einzulaufen. Der Mara’amu, der hiesige Starkwind, hatte gerade begonnen und alles was Rümpfe hat, war wenn möglich, an sichere Liegeplätze gehuscht. Der Hafen platze aus allen Nähten! Kurz nach uns kamen ALKYONE und SAGO an. So konnte Michels fünfter Geburtstag standesgemäß mit acht deutschsprachigen Kindern gefeiert werden.
Überhaupt hat sich unsere Anfangszeit hier als absolute Partywoche gestaltet! Gleich am zweiten Abend wurden wir von der britischen Hallelaboo geschangheit und zusammen mit den Eltern der SAGO und noch zwei Seglern, nach allen Regeln der Kust zum lustig sein verführt. Mein Weckruf am nächsten Morgen war daher unangenehm früh, obwohl ich sonst eigentlich immer die Erste bin. Aber es half nichts, wir hatten einen Platz in der richtigen Marina bekommen und mussten uns vom welcome-dock wegbewegen. Nach dem Minimanöver konnten wir erst mal einen Tag verschnaufen, um dann Michels Geburtstag vorzubereiten.

Wir haben schön gefeiert. Vormittags in Familie mit viel, mühsam seit Deutschland verstecktem, Lego und Nachmittags mit jeder Menge kleiner Gäste. Als ich die große Schokotorte auf den Tisch gebracht habe ist was Putziges passiert: Auf dem Steg vor dem Pami tauchten immer mehr hoffnungsvoll leuchtende Gesichtchen auf. „May I come on Bord?“ „Can you help my little brother?“ – Die müssen die Schokolade quer durch das Hafenbecken gerochen haben! Lucy und ihren Bruder aus Australien und die weißblonden Norwegerjungs habe ich erkannt. Der ganz kleine Mexikaner, den ich an Bord tragen musste, sprach nur Spanisch, aber wie alle anderen war er ganz niedlich und höflich und hat sich mit glücklichem Gesicht an den Tisch gepflanzt und sein Stück Torte gefuttert.


16 Lütte sind an dem Tag über die Pami getobt – und das war noch gar nichts im Vergleich zu der Kinderparty zwei Tage später im Park: 26 Boatkids, vom Toddler bis zum Teenager, hat der engagierte Vater dort bespaßt!

Schräg gegenüber von uns lag die deutsche CHEGLIA und zufällig hat Lydia am selben Tag wie Michel Geburtstag. So haben wir denn, als nur noch ALKYONE und SAGO da waren, den Kinder einen Film angemacht und sind nach drüben, zur Erwachsenenparty gepilgert. Was für ein toller Tag! Und was für ein Kontrast zu den Monaten auf See und am Anker!

Es folgten noch Antonias und JDs Geburtstag. Letzterer auch sehr schön, mit vier deutschen Crews und standesgemäßem Dinner in der Hausbrauerei Papeetes.

JDs Geburtstag

Dann wurde es langsam ruhiger. Ein Boot nach dem anderen hat sich wieder auf den Weg gemacht und wir haben endlich ernsthaft mit den verschiedensten Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen begonnen. Als auch SAGO und ALKYONE nach Hause aufbrachen – die einen nach Neuseeland, die anderen nach München (was wohl noch ein Jahr dauern wird) – hat sich Cyrill gleich mit verabschiedet. Er hat kurzerhand bei unseren bayrischen Freunden angeheuert und wir sind gespannt, bis wohin ihn der Wind wohl treibt.

Abschied von Cyrill und der ALKYONE

Uns gefällt es hier in Papeete sehr gut. Das Klima im hiesigen Winter ist angenehm. Die Nächte sind wunderbar kühl, so dass man prima schlafen kann und tagsüber wird es nur manchmal, mittags so richtig heiß. Die Stadt ist sehr französisch geprägt und es gibt praktisch alles zu kaufen.

Ein kostenloses Shuttle bringt die Segler zu zwei großen Carrefours, die entgegen aller Gerüchte gar nicht teurer sind, als ein guter deutscher Supermarkt. Von den vielen Restaurants gefällt uns Wakame-Sushi am besten, denn frischer kann der Thunfisch gar nicht sein! Die große Markthalle birgt unglaublich viele Stände mit Obst und Gemüse, Blumen, Fisch und Handarbeit aus Perlen Holz und Muscheln. Über allem liegt der Südseeflair mit buntesten Stoffen und Blumenketten, die es überall zu kaufen gibt.
Hier können wir es wohl noch ein Weilchen aushalten. Und falls es uns nach mehr Meer verlangt, setzen wir einfach, wie letzte Woche, die Segel und ankern in einer dieser paradiesischen, türkisfarbenen Buchten um uns herum.
Im nächsten Blog erzähle ich Euch also von unserm Ausflug nach Moorea, der Nachbarinsel, deren Silhouette ich jeden Tag im Abendlicht rot leuchten sehe.

„Un des Atoll, des is a toll“ , sprach der Österreicher

Ahé im Abendlicht

Tahiti, 15.07.2019

Von den Marquesas auf die Tuamotus sind wir drei Tage unterwegs. Kommt uns vor wie ein Katzensprung, im Vergleich zu den Meilen, die wir bis vor Kurzem noch abgerissen haben.

Auf dieser Passage ist uns Aeolus wohl gesonnen. Wie kommen sehr gut voran. Aber dann drehte der Wind, die Vorhersage ändert sich, und das geplante Ziel wird schwieriger erreichbar. Zudem sieht es so aus als würden wir für mindestens fünf Tage in dem Atoll, dass wir gemeinsam mit LADY JANE ansteuern wollten, eingeweht werden. Also ändern wir spontan das Ziel und steuern Rangiroa anstatt Kauehi an. Es wird spannend! Am Abend vor der Ankunft scheint es noch sehr unwahrscheinlich, dass wir zu einem einigermaßen passendem Zeitpunkt vor dem Pass ankommen, der uns in das große Ringatoll führen soll. Diese Pässe in den Tuamotus sind für alle Segler eine Herausforderung. Man stelle sich ein Korallenschälchen mitten im Pazifik vor, in das, durch eine kleine Macke im Rand, die geballte Kraft von Ebbe und Flut hinein und heraus gezwängt wird.

Morgens um halb Sieben bin ich besonders erleichtert, als der Käpt’n ungewöhnlich früh zur Wachablösung erscheint. Wir nähern uns dem Atoll Ahé und ein riesiges Squallfeld nähert sich uns. Wer weiß wieviel Wind da drin steckt? Das Groß ist schon im 1. Reff, die Genua hole ich noch alleine ins 1. Reff. JD rollt sie in der nächsten Stunde immer weiter ein, bis wir nur noch mit weit offenem Groß von den Windböen getrieben werden. In Shorts und Segeljacke wettert er zwei Stunden im strömenden Regen ab, während wir unten, mit allen Folienwänden geschlossen, gemütlich frühstücken. Ein bisschen gemein, oder?

Der Käpt’n hat aber trotzdem gute Laune, denn dieses Intermezzo führt uns flott zum genau richtigen Zeitpunkt vor den Pass von Ahé. (Dieser Zeitpunkt ist der des Stauwassers, also dem Wechsel von ablaufender zu auflaufender Tide oder eben umgekehrt.) Warum also nicht hier einlaufen? Der bevorstehende Wind soll in Ahé nochmal deutlich geringer sein, als in Rangiroa. Und vor dem Pass von Rangiroa wären wir am späten Abend angekommen. Das hätte bedeutet, die Nacht durch vor dem Pass abzuwarten, denn eine Pass-Durchfahrt in der Nacht, besonders wenn es die erste überhaupt ist, wäre zu gefährlich. Aber nun sind wir ja perfekt um 14:30h am Pass von Ahé, einem der wohl schwierigeren der Tuamotus. Dort kann die Strömung bis zu 8 Knoten erreichen! Und dazu bilden sich dann hohe stehende Wellen von bis zu 2 m Höhe.

Es macht sich eine gewisse Aufregung unter der Crew breit. Wie stark ist die Strömung im Pass tatsächlich? Ist die Karte, und damit die Lage der zwei Sandbänke, wirklich aktuell? Wie kabbelig ist das Wasser an dem Punkt, wo strömendes und stehendes Wasser aufeinander treffen und wie hoch ist die dort stehende Welle? Auch heute noch havarieren immer wieder Segler bei den Ein- und Ausfahrten in die Atolle und jeder Skipper tut gut daran, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Es ist genau Stauwasser! Während JD unter höchster Konzentration steuert, hält die Crew vorne vorsorglich nach Korallenköpfen Ausschau. Wir fahren durch sehr ruhiges Wasser im Pass und erreichen nach etwa 1 km die Innenseite. Hier steht uns dann tatsächlich noch eine auslaufende Strömung von 2 Knoten entgegen, aber das ist kein Problem. Mit 3 Knoten über Grund fahren wir weiter. Geschafft!

Der Übergang von der Strömung durch das kabbelige Wasser in die totale Stille des Atolls ist wirklich magisch! Nach rechts und links sieht man den palmenbestandenen Ring aus Korallen, mit ganz vereinzelten Gebäuden darauf. Mit bloßem Auge ist gerade noch die andere Seite zu erkennen. Dort wollen wir als erstes hin. Ein kleines Dorf und einen Minisupermarkt soll es da geben.

Bevor man an Land kann, muss man aber erst einmal Ankern! Dies ist hier deutlich spannender als in Breiten ohne die „Bummies“ genannten Korallenköpfe im Wasser. Manche ragen als kleine Riffe aus dem sonst über 20 m tiefem Wasser heraus und sind sehr gut zu sehen. Die meisten allerdings liegen wie riesige Kalkballons unter der Oberfläche und sind nur sicher zu erkennen, wenn man die Sonne im Rücken hat. In dem kleinen, hafenähnlichem Bereich vor dem großen Betonpier, an dem dem Versorgungsschiff festmacht, ist nicht wirklich Platz für uns. Wir manövrieren uns, leicht gestresst, genauso vorsichtig wieder heraus, wie wir uns hereinmanövriert haben. Vier sind eindeutig Drei zufiel, die meinen sie wüssten wo es hingehen sollte! Der Käpt’n aber, weiß natürlich wo es richtig ist und lässt sich nicht beirren. Daher sitzt der Anker beim zweiten Versuch an sicherer Stelle außerhalb des Hafenbeckens, und wir können uns endlich entspannt zurücklehnen oder schwimmen gehen.

Ungenutzter Aussenposten der Perlenfarm

Am nächsten Morgen macht Geri mit den Jungs einen langen Schnorchelausflug, während Cyrill und JD tatsächlich zwei Kisten Bier ergattern. Danach machen wir uns zu einem anderen Motu (Inselähnlicher Abschnitt eines Tuamotus) auf. Laut unseres Führers soll es bei der Kamoka Perlenfarm des Franzosen Patrick, Mooring-Bojen und Abendessen für Segler geben. Eine komplette Fehlinformation, wie sich herausstellt! Eine sichere Mooring für uns gibt es zum Glück, auch wenn das Anlegen ziemlich abenteuerlich ist, aber Kamoka hat keinerlei Form von Restaurantbetrieb. Das wird uns auf Anhieb klar, als wir vom Dingi aus, auf die hausähnliche Konstruktion auf Stelzen im Wasser klettern. Zwischen Austernkörben und Arbeitsbänken steht ein kleiner Tisch, um den ein paar tiefenentspannte, junge Leute sitzen. Im angrenzenden Bereich, der einer Art Wohnküche ähnelt, lernen wir Patrick kennen. Ein echter Charakter! Während wir uns ein bisschen unterhalten, jagen die Jungs vorne Küchenschaben und Geri verschmilzt gleichsam mit der Gruppe um den Tisch.

Da es schon dunkel ist und wir alle Hunger haben, machen wir uns recht bald auf zurück zum Schiff – ohne Geri. Er kann sich vom ersten Moment an vorstellen, auf Kamoka zu bleiben und als Perlentaucher anzuheuern und verbringt gleich die erste Nacht dort in irgendeiner Hängematte.

Geri und sein neues Zuhause

Am nächsten Vormittag macht sich die Pami gemütlich auf den Weg zur Cocoperle Lodge. Auch hier soll es Moorings und Essen geben. Diesmal ist es aber keine Perlenfarm, sonder ein winziges Feriendomizil mit vier kleinen, aber feinen Holzbungalows unter Palmen und einen hervorragenden Restaurant mit genau zwei Tischen.

Als wir uns nähern, versuchen wir sie über Funk zu rufen, um zu fragen wo wir festmachen können. Leider antwortet niemand und es schwimmen so viele Bojen an der Oberfläche, dass man unmöglich sagen kann, welche für Dingis, für große Schiffe oder einfach nur für Austernkörbe sind. Also pirschen wir uns vorsichtig auf Ankertiefe heran. Im flachen, türkisfarbenen Wasser werden überall Korallenköpfe sichtbar. Cyrill und ich stehen wieder vorne und versuchen einzuschätzen, über welche wir wohl drüber fahren können und welche eine Höhe erreicht haben, die bei unserem Tiefgang gefährlich wird. Mir flattern die Nerven. Unsere Ruder sind 1,25 Meter tief – liegt der Bummy voraus jetzt 1 oder 2 Meter unter der Oberfläche? Mehrfach schreie ich „Hard steuerbord! Der ist bestimmt zu hoch!“ aber der Käpt’n bleibt cool, behält den Tiefenmesser scharf im Auge und fährt vorsichtig drüber hinweg. Offensichtlich habe ich mich noch nicht genug kalibriert und immer locker um 1-2 Meter verschätzt.

Zu meiner grenzenlosen Erleichterung kommt auf einmal ein kleines Motorboot angebraust: Frank, der Chef, mit neuen Gästen. Er ruft herüber, dass wir da vorne an die gelbe Mooring gehen und später zum Sundowner rüberkommen sollen. Wie wunderbar.

Wir verbringen ein paar sehr schöne Tage dort. Das Schnorchel an den Korallen ist traumhaft, auch wenn ich es immer noch sehr schwierig finde, gelassen zu bleiben, wenn drei Meter neben mir ein Hai vorbeischlenzt. Dann kündigt sich der nächste Starkwind an und wir entscheiden, dass wir lieber vorher noch nach Tahiti segeln wollen. Außerdem hat Michel einen merkwürdigen Ausschlag bekommen, der sich langsam vom Rumpf aus immer weiter ausbreitet und ich will ihn nicht mehr in Wasser lassen und fände es auch sehr beruhigend, einen Arzt in der Nähe zu wissen. Die Pami macht auf dem Weg zum Pass noch einmal bei Geris neuem Heim fest. Ein letztes gemeinsames Abendessen, dann zieht er endgültig aus. Wir sind wirklich gespannt, wie es ihm als Perlentaucher so ergehen wird und haben fest vor ihn noch einmal zu besuchen.

Und so kann eine missglückte Passdurchfahrt enden!

Das die Überfahrt nach Tahiti nicht so doll wird, wussten wir schon im Voraus. Erst ein Tag Flaute, dann zu viel Wind und Welle. Egal – nach drei Tagen sind wir da und genießen seit dem das Marinaleben in vollen Zügen. Auch das Problem mit Michels Haut löst sich auf wunderbare Weise: Das Schicksal sendet uns einen nette, deutsche Hautärztin vom Nachbarboot an Bord! Renate wirft nur einen Blick auf Michel und diagnostiziert Röschenflechte. Völlig harmlos und verschwindet von selbst wieder. So können wir ganz entspannt in den Geburtstagsmarathon der nächsten Woche starten. Michel und JD sind nämlich nur zwei von vier deutschen Geburtagskindern, die hier in der Marina gefeiert werden!