In Quarantäne im Paradis, trotzdem schwierig

Auch Französisch Polynesien hat den Lock Down beschlossen. Seit Anfang März sind 42 Covid-19 Fälle bestätigt worden, fast alle auf Tahiti und einige auf der Nachbarinsel Moorea plus zwei weitere in Raiatea (auch Gesellschaftsinseln).

Es gab einen Fall in Fakarava, ein Schweizer Tourist, und einen Fall auf Rangioa, wohl eine Frau, die von Tahiti zurück kam. Beide Erkrankten sind sehr zügig nach Tahiti in das dortige Universitätskrankenhaus geflogen worden.

Stand heute sind also alle anderen Inseln und Atolle dieses flächenmäßig riesigen Landes „sauber“, und müssten es auch bleiben, da mittlerweile seit 16 Tagen keine regulären Passagierflüge stattgefunden haben.

Um dem 21. März herum wurden alle Touristen ausgewiesen und heimgeflogen und Alles nicht lebensnotwendige geschlossen. In Tahiti warten wohl noch einige hundert Nichtpolynesier, ausgeflogen zu werden. In dieser Woche sollen Flüge alle zehn Tage nach Pars beginnen. Damit sollen diese Menschen dann abfliegen und auf dem Rückweg Luftfracht transportiert werden. Polynesier, die noch in Frankreich sind, werden nicht (!) heimgeflogen.

Wir Segler sind in Quarantäne. Seit 17 Tagen dürfen die Schiffe nicht mehr bewegt, und auch nicht mehr verlassen werden. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn es wirklich notwendig ist.

Wir sind in Rangiroa geblieben. Hier ist es sehr ruhig und es gibt keine Probleme. Von Freunden in anderen Ankerbuchten, z.B. auf den Marquesas, wo zur Zeit sehr viele Segler sind, hören wir auch anderes. Mancherorts darf nicht einmal eine Einzelperson zum Einkaufen gehen, aber immerhin werden Bestellungen irgendwie geliefert. Auch Schwimmengehen, selbst zur Bootspflege ist dort verboten.

Für uns ist es hier wie auf einer luxuriösen Ozeanpassage: keine Wellen, keine Nachtwachen und immerhin ein bisschen Internet, aber sonst sehr ähnlich. Wenn wir gewusst hätten was kommt, hätten wir allerdings besser proviantiert! Wir dürfen natürlich einkaufen, aber die Minimärkte, hier in den Tuamotus, haben auch zu normalen Zeiten kein besonders spannendes Angebot. Jetzt sind zwei Versorgungsschiffe ausgefallen und wir müssen langsam echt kreativ werden beim Kochen! Verhungern werden wir natürlich nicht, aber zum Frühstück gibt es keinen Camembert und Schinken mehr, sondern Corned Beef… seufz.

Wir gehen davon aus, dass diese Woche noch ein Recht großes Schiff kommt, von dem hoffentlich auch wir wieder frische Ware bekommen. Nur Bier wird es nicht geben. Die Prohibition besteht solange der Lock Down besteht. Also mindestens bis zum 15. April – vielleicht wird auch verlängert.
Noch einmal aus ganzer Seele: „Seufz!“


Kurzer Zwischenkommentar: In den Tuamotus ist vor ein paar Tagen ein Chinesischer Fischtrawler gestrandet. Die Besatzung ist auf andere chinesische Schiffe mit dem Hubschrauber umgeladen worden. JD hat nun gerade gelesen, dass sie bei einer Inspektion vor dem Bergen des Schiffs am Grunde der Tiefkühler Flossen und Fleisch von Haifischen gefunden haben. Das ist so eine Schweinerei! Und so traurig! Und selbst wenn es irgendwo eine Zeitungsnotiz wert ist, wird sich in Corona-Zeiten wohl kaum einer darüber aufregen… immerhin soll das Fischereiunternehmen aus China verklagt werden. Ob das was wird?

Bleibt gesund und lasst von Euch hören!