Tag 29 und 30 – die Ankunft in Brisbane

Ich sitze alleine mit den Kinder in einem Quarantäne-Hotelzimmer und bin etwas durcheinander. Nachdem ich meinen letzten Beitrag eben noch mal gelesen habe, kann ich überhaupt nicht glauben, dass ich das erst gestern Vormittag geschrieben haben soll!

Was mache ich eigentlich hier? Ich sollte mit meinem Mann und dem Rest der Crew ausgiebig feiern, dass wir diese, echt schwierige und anstrengende Pazifik Passage, so gut gemeistert haben! Statt dessen sitze ich hier und mache mir größte Sorgen, was in den nächsten Tagen passieren wird. 

Aber der Reihe nach: wir nähern uns also Brisbane und der davor liegenden Morton Bay. Nachmittags kann ich endlich rufen: „Land in Sicht! Land ahead!“ Die Gegenströmung ist ordentlich und wir müssen permanent motoren. Groß und Genua stehen noch, damit auch die kleinste Brise mithilft. Um uns rum türmen sich wieder dicke Gewitterwolken auf und als wir nahe genug sind, um den Funk mithören zu können, wird auch dort eine Gewitterwarnung rausgegeben.

Durch einen Schauer müssen wir durch, aber das gewitterige Grau bleibt hinter uns zurück. Als es dämmert, nimmt die Strömung langsam ab. So soll es auch sein. Wir erreichen die ersten Fahrwassertonnen und Down Under erstrahlt in wunderschönem Abendrot. Hinter uns zucken die ersten Blitze in einer dicken dunklen Front, aber für Brisbane, tönt es aus der Funke, ist die Gewitterwarnung aufgehoben. 

Dann geht plötzlich der Generator aus. Zu heiß! Verdammt! Die Batterien haben nur knappe 60%, damit kommen wir nicht weit. In fliegender Eile macht JD den Motorraum und die Isolierung des Mistdings auf und der große Ventilator wird mit einem Verlängerungskabel, davor postiert. Zum Glück regnet es nicht.

Erster Startversuch nach 5 Minuten, zweiter nach 10. Kein Erfolg, Plan B muss her. Der Käptn funkt die Coast Guard an: Sailing Vessel JaJapami, bei Tonne NE1, muss Notankern. Wo können wir hin? Eine super kompetente und nette Frau bei Brisbane VTS, die maritime Verkehrssteuerung, nimmt sich der Sache an, während JD es noch einmal versucht.

Ich denke immer abwechselnd: verdammt, warum so kurz vorm Ziel und Gottseidank, hier ist Hilfe nicht weit, es kann nicht wirklich was passieren.

Dann springt er endlich doch wieder an! Wir geben Entwarnung, düsen weiter und Carlos und Julie zaubern aus allen verbliebenen Resten ein super letztes Dinner auf dem Meer. Danach bin ich völlig fertig und kann nur noch ein Weilchen auf dieses unglaubliche Wetterschauspiel, weit hinter uns starren. Ich habe noch nie so viele Blitze in, und aus den Wolken kommend, gesehen! Wäre das in einem Film, hätte ich gesagt: total übertrieben und unrealistisch!

Der Generator und die Männer halten durch, während ich die Flussdurchfahrt verschlafe. 

Es ist doch echt unglaublich, dass bei unserem wirklich guten, elektrischem Antriebssystem die einzige echte Schwachstelle ein Verbrennungsmotor ist!

Gegen vier Uhr morgens erreichen wir die Marina. Es ist dunkel und ein kalter Wind weht. Wir positionieren die Fender und JD parkt, trotz all der Strapazen, die Pami sahnemässig rückwärts in unsere Box ein. Tag 30 ist angebrochen und wir sind da. Endlich!

Und nun, sind wir in dieser unglaublich miesen Lage, dass die Hotel- und Queensland Health Verantwortlichen angabegemäß kein Zimmer für vier Personen hätte und sie daraufhin angewiesen haben, die Familie zu trennen!

Jetzt sind wir hier in zwei getrennten Quarantänezimmern eingesperrt!! Wir werden das nicht hinnehmen. Ein oder zwei Tage ist das absolute Maximum, das zu hinzunehmen. Leider war natürlich auch noch Samstag als wir einquartiert wurden, so dass weder in der Botschaft noch bei den Anwälten oder höheren offiziellen Stellen jemand erreichbar ist. Aber das ändert sich am Montag. Unsere australischen Segelfreunde auf Dunracin haben sogar schon die Sache an die Presse gegeben. Mal sehen, wie es sich die Situation entwickelt.

Wie wir mitten in der Nacht vom unserem Schiff gescheucht und totmüde mit diesen irrsinnigen Quarantänearragements konfrontiert wurden, schreibe ich in einem nächsten Blog!

Tag 28 nach Brisbane



Zum Glück ist die See extrem ruhig, obwohl wir genug Wind haben, um voran zu kommen. Er hat heute Nacht gedreht und kommt jetzt aus 40 Grad von vorne. Daher haben wir noch vor dem Frühstück, das Groß wieder gesetzt.

Das letzte Fleisch wird aufgetaut, die letzte Pampelmuse verputzt und das letzt saubere Tshirt mit Soße bekleckert. Aber die See ist ruhig, der Wassertank voll und der Generator muss sowieso laufen: wir können die Waschmaschine anschmeißen! Nachmittags hängt die komplette Reeling voller duftender, sauberer Wäsche. Das ist total skurril, mitten auf dem Ozean! Michel, Julie und ich müssen immer mal die Nase da rein stecken und schnuppern. Kleine Freuden.

Nach einem, doch recht fröhlichen und gemütlichem Nachmittag und Abendessen, kommen die fiesen Wolken wieder. Um Mitternacht zucken die Blitze vor uns am Horizont und der Weckruf kommt: Alle Mann an Deck und klar zu bergen Groß und Gennaker! Man ehy, dies mal muss ich mich aber echt aus dem Bett quälen. Wir Tüten alle Lappen ein, schnell und routiniert, bis Carlos auf einmal, beim schließen des Segelsacks nicht weiterkommt: „Was ist los?“ “I have fish under my feet.” Häh?, denke ich, wir stehen doch auf dem Dach der Pami, das habe ich falsch verstanden. Dann geht der Strahl seiner Kopflampe zu seinen Füßen und er steht tatsächlich halb auf einem Fliegendem Fisch. Der wollte mal hoch hinaus!

Nach weiteren, kümmerlichen 4 Stunden Schlaf gehts wieder los: Groß und Genua setzen und nach einer weiteren Stunde alles wieder wegpacken. Der Wind kann sich einfach auf keine Richtung einigen und wir wollen doch bitte endlich ankommen!

Jetzt läuft es endlich. Wir machen 7 kt mit dem Gennaker. Und ich bin Hundemüde und gehe jetzt in die Koje. Im Vergleich zum Käpt’n, habe ich übrigens richtig viel geschlafen und kaum gearbeitet…

10 Dez, 11 Uhr Bordzeit. 40 nm bis zur Bucht von Brisbane.

S 26*42 E 154*02. 10 kt TWS, 0* TWD, 7 kt SOG, Kurs: 250*

Tag 26 und 27 nach Brisbane

Tag 26 verstreicht weitestgehend ereignislos und heute fange ich an zu packen. Für das Quarantänehotelgefängnis. Es fällt schwer nicht missmutig zu werden.

JD hat noch mal alles versucht: unserem Agenten geschrieben und mit ihm telefoniert, den zuständigen Behörden geschrieben, einen langen Antrag ausgefüllt und unsere Aussi Freunde um Rat gefragt, aber es hilft alles nichts. Wir dürfen nicht in New South Wales, wo es keine Quarantäne mehr gibt, einlaufen und wer in Queensland einläuft, muss in Quarantäne. Immer noch. Nach Logik und Sinn darf man hier nicht fragen. Natürlich ist es völlig ausgeschlossen, dass wir COVID an Bord haben, aber Gesetz ist Gesetz und auch logisch begründete Ausnahmen werden nicht gemacht.

Wir wissen, was auf uns zukommt, daher nehmen wir den halben Haushalt mit. Von Besteck und Geschirr bis zur Kaffeemaschine und Drucker. Ich erwäge ernsthaft, die Nähmaschine einzupacken und die ganze große Legokiste darf mit!

Segeln ist heute durchwachsen. Immer wieder müssen die Motoren mitlaufen, damit wir nicht zu spät kommen. Die Bucht von Brisbane ist nämlich riesig und wir müssen einmal quer durch und ein Stück den Fluss rauf, bis wir in der Marina sind. Dabei will die Tiede beachtet sein, denn 40 Meilen wollen wir nicht gegen den Strom anstampfen! Da wir uns natürlich auch nicht die ganze Nacht um die Ohren hauen wollen, müssen wir uns halt jetzt beeilen!

9 Dez, 13 Uhr Bordzeit. 150 nm östlich von Brisbane.

S 26*23 E 156*01. 6 kt TWS, 320*TWD, 5 kt SOG, Kurs: 250*

Tag 25 nach Brisbane

Der Nikolaus hat es bis auf die Pami geschafft, Gottseidank! Schokolade, deutsche Comics und ein kleines Spiel. Die Jungs sind begeistert und verbringen tatsächlich den ganzen Tag mit Lesen und den kleinen Pappmonstern aus dem Spiel. Sie haben sich dazu ein eigenes Abenteuerspiel ausgedacht.

Bis Nachmittags passiert nicht viel. Dann verdüstert sich der Horizont. Regen droht und weit weg sehen wir erstes Wetterleuten. Laut Vorhersage, soll das ganze Gelumpe südlich von uns bleiben. Hoffentlich weiß es das auch!

Bevor es ganz dunkel wird, bergen wir den Gennaker und als wir die ersten, fetten Blitze, weit weg ins Meer schlagen sehen, ändert der Käpt’n den Kurs von West nach Nord. Vorsichtiger Rückzug mit Sicherheitsabstand. Die Computer und Handys wandern trotzdem in den Faraday-Käfig, die Mikrowelle.

Die Vorhersage stimmt. Als das Essen auf den Tisch kommt, regnet es zwar heftig, aber es ist klar, dass das Gewitter abzieht. Wir können wieder auf Kurs gehen. Die Nacht bleibt ruhig und trocken, aber langsam. Als ich Carlos ablöse, holen wir kurz noch JD dazu und setzen den Gennaker. Mittlerweile sind wir bei wenig Wind und 26*C, im Butterfly unterwegs.

7 Dez, 11 Uhr Bordzeit. 432 nm östlich von Brisbane.

S 25*50 E 161*10. 13 kt TWS, 110* TWD, 7 kt SOG, Kurs: 260*

Tag 23 und 24 nach Brisbane

Tag 23

Der Wind lässt nach! Das wollen wir nicht! Schaukeln und krachen und knarzen ist alles egal, Hauptsache wir kommen weiter so gut voran.

Aber es hilft ja nichts, vormittags werden Groß und Genua eingeholt und der Gennaker wird gesetzt. Erst machen wir so weiterhin 7 Knoten, nachmittags sind es allerdings dann nur noch 5.

7 Meilen pro Stunde, macht 840 Meilen in 5 Tagen.

5 Meilen pro Stunde, macht 840 Meilen in 7 Tagen.

Um 16 Uhr sind es noch 820 Meilen. Noch Fragen?

Tag 24

Alles läuft gut auf der Pami. Der Tag startet mit einem ordentlichen Schauer und wäscht uns endlich das Salz vom Deck und vor allem von den Solarpaneelen. Die See ist recht ruhig, der Wind hat nachgelassen und ist längst nicht mehr so kühl. Die Socken können wieder in die Kiste.

Wenn es um Mitternacht nicht noch einen Weckruf gegeben hätte, wäre die Nacht prima gewesen. Aber der Wind stieg auf 22 Knoten, zu viel für den Gennaker und er musste eingerollt werden. Tags können wir unser Tempo gut halten. Beste Segelbedingungen mit Gennaker oder im Butterfly mit der Genua dazu, platt vorm Laken, mit direktem Kurs auf Brisbane. Perfekt.

Die Kinder haben heute auch einen besonders netten Tag. Vormittags bauen sie für die Murmeln ein großes Lego-Labyrinth und die Schiffsbewegungen lassen die Kugel munter durch die Gänge klickern. Sieht wirklich toll aus! Dann gibt es viele Diskussionen darüber, ob der Nikolaus uns hier draußen wohl finden kann? Und am späten Nachmittag kreuzt ein großes Containerschiff unseren Weg. Es ist auf Kurs nach Neuseeland und zieht 3 Meilen vor uns durch – bestimmt war der Nikolaus dort an Bord und hat für die Jungs ein paar schöne Gaben dabei! Wir legen eine Duftspur, in dem wir nochmal Plätzchen backen und stellen, in Ermangelung von Stiefeln, ein Palmblattkörbchen mit unseren größten Schätzen für den Esel auf: Eine Möhre, ein Stück Schwarzbrot und Trinkwasser.

Apropos Möhre: mit dem Proviant haben wir es am Ende ziemlich gut hingekriegt. Wir haben noch 5 Möhren, 5 Zwiebeln, 6 Apfelsinen, eine Pampelmuse und ein paar Kartoffeln. Das letzte Filet wird morgen aufgetaut und dann gibt es noch ein Hühnchen. Käse und Butter werden genau reichen. Das heißt, es muss nichts weggeworfen werden und wir haben auch nichts schmerzlich vermisst. Die Behörden in Aussi würden alles Fleisch, auch tiefgekühltes, Obst, Gemüse, bestimmte Milchprodukte und Saaten, wie getrocknete Linsen, konfiszieren und vernichten.

Die Nacht bleibt so angenehm wie der Tag, alle sehen morgens deutlich fitter aus.

6 Dez, 10 Uhr Bordzeit. 568 nm östlich von Brisbane.

S 25*46 E 163*41. 14 kt TWS, 65* TWD, 6 kt SOG, Kurs: 260*

Tag 22 nach Brisbane

Kaum eine Änderung. Mal kommt die Welle mehr achterlich, mal mehr seitlich, mal mehr und mal weniger steil. Je nachdem wird das knarzen und scheppern der Segel, das Schaukeln des Schiffs und das Gurgeln und Rauschen und vor den Rumpf Geballere der See, mehr oder weniger.

Wir sind weiter ganz gut drauf, kochen, spielen und plaudern, aber es macht sich doch eine gewisse Erschöpfung breit. Das Meer fordert seinen Tribut, vor allem von uns vier Großen.

4 Dez, 16 Uhr Bordzeit. 819 nm östlich von Brisbane.

S 25*39 E 168*22. 14 kt TWS, 65* TWD, 5 kt SOG, Kurs: 260*

Tag 20 nach Brisbane

Wir haben nicht mehr alle Latten am Groß!

Man mag jetzt erwidern: war schon klar, sonst käme man wohl kaum auf die Idee, sein Haus quer über den Pazifik zu manövrieren! Aber so war das nicht gemeint. Es hat sich tatsächlich eine der acht Latten, nach hinten aus dem Groß gearbeitet! Zum Glück ist es JD aufgefallen, als sie etwa einen Meter raus hing. Nicht nur das sie weg gewesen wäre, sie hätte auch noch auf die Solarpaneele krachen können!

Zu dritt war es keine all zu große Sache, die lange Stange zu bergen und das Segel steht auch ohne ganz gut. Aber trotzdem: kann nicht einfach mal nichts kaputt gehen?

Der Wind hat leicht nachgelassen, nachmittags nimmt der Käpt’n das zweite Reff aus dem Groß und wir machen wieder acht Knoten. Nicht schlecht! Die Nacht ist ruhig, kein Regen und der neue Morgen kommt strahlend schön. Bitte Wetter, bleib so!

2 Dez, 6 Uhr Bordzeit. 1154 nm östlich von Brisbane.

S 24*59 E 174*29. 19 kt TWS, 100* TWD, 8 kt COG, Kurs: 250*

Tag 19 nach Brisbane – diesmal der tatsächliche 19. ;)



Ein super Segeltag. Der Wind bleibt konstant, die See wird immer ruhiger, wir kommen flott voran. JD hat ein Filet aufgetaut, wir essen fürstlich. Was will man mehr?

Ehrlich gesagt, spazieren gehen zum Beispiel. Wir haben Tahiti vor genau einem Monat verlassen, vor knappen drei Wochen waren wir in Bora Bora das letzte Mal an Land. Meine Arm– und Rumpfmuskulatur ist ganz schön kräftig geworden, aber ich bin mir nicht so sicher, ob ich noch mehr als zehn Schritte geradeaus laufen kann!

1 Dez, 7 Uhr Bordzeit. 1308 nm östlich von Brisbane.

S 23*48 E 177*09. 18 kt TWS, 90* TWD, 7 kt COG, Kurs: 240*

Tag 19 nach Brisbane



In der Weihnachtsbäckerei… JD ist doch tatsächlich aufgefallen, dass heute der erste Advent ist! Wellen hin, Wellen her, da muss was passieren! Guck doch mal in dem Schapp, ganz unten, genau, da ist noch Marzipanmasse! Und von den frischen Nüssen, sind ausgerechnet die Mandeln noch nicht geknackt worden. Wie schön, wir können Bethmännchen machen. Unter heftigem Geschwanke und Gewusel und strahlenden Kinderaugen helfen alle mit ein Blech Plätzchen zu backen.

Wenn wir schon Teig kneten und den Ofen anschmeissen können wir auch gleich eine Quiche fürs Abendessen machen, denken wir uns schlau. Als Julie und ich schließlich die Form in den Backofen bugsieren, kommen uns doch leise Zweifel, wie pfiffig diese Seeleute in der Kombüse wirklich waren. Quiche bei dem Seegang! Die Form rutscht im Backofen hin und her und die Eiermasse schwappt bei jeder großen Welle über den Rand… Man man man.

Letztlich können wir das Gerutsche blockieren und es sind nur ein paar Kleckse auf dem Blech und irgendwann stockt auch das schwankendste Ei! Quiche und Kekse werden köstlich!

Da wir auch ordentlich Meilen gemacht haben, (Etmal 184 nm, während es in der Flaue deutlich unter 100 nm waren) sind am Ende des Tages alle vollgefuttert, müde und äußerst zufrieden. Der wachhabende Käpt’n verschwindet am Steuer, die Kid’s vor einem Walt Disney und der Rest im Bett.

Willkommen auf der östlichen Halbkugel, Spatzel! Begrüßt mich mein Mann am frühen Morgen. Wir haben mit der Pami jetzt offiziell die halbe Erdkugel umrundet! Bei 001 Grad West sind wir gestartet und hier sind wir auf 179 Grad Ost, vor genau 4 Meilen haben wir den Punkt überquert. Wow!

Gleichzeitig war 180 Grad, nicht Ost oder West, sondern schlicht 180, die Internationale Datumsgrenze. Das heißt für uns praktisch, dass unser 29. November nur etwa 6 Stunden lang war, denn um 6 Uhr Bordzeit haben wir die Datumsgrenze überquert. Da wird das Datum einen Tag vorgestellt, also wird in dem Moment aus 6 Uhr am 29. November 6 Uhr am 30.! Erscheint erstmal seltsam, wenn man aber bedenkt, dass wir auf der Fahrt hierher die Zeitzonen so oft gewechselt haben, und vermeintlich jedesmal eine Stunde „gewonnen“ hatten, ist hier der Punkt, diese Zeit wieder zurückzurechnen. Also von heute an sind wir der Zeit in Europa voraus und nicht mehr hinterher.

Und nun steht auch noch das Verlassen der Tropen kurz bevor, die Überquerung des südlichen Wendekreises des Sternbildes Steinbock etwas südlich von 23 Grad Süd. Es wird auch schon deutlich kühler an Bord. Im Wind sitzen wir nun mit Jacken und Mützen, teilweise mit langer Hose, im Cockpit ist es noch gut mit Shorts und T-Shirt. Mal sehen, wann wir die Jeans und Socken wieder hervorkramen müssen.

30. Nov., 8 Uhr Bordzeit. 1448 nm östlich von Brisbane. Ab jetzt zähle ich runter!

S 22*49 E(!!!)179*33. 15 kt TWS, 90*TWD, 6 kt COG, Kurs: 240*