Überraschungsbesuche zum Jahreswechsel

Ich habe ja schon öfter darüber geschrieben, wie faszinieren ich es finde, Freunde und Bekannte auf einer Reise wie der unseren unter ungewöhnlichsten Umständen und neuen Orten, und manchmal nach Jahren, wieder zu treffen.

Dieses Sylvester hat für mich, was ungewöhnliche Wiedersehen angeht, den Vogel abgeschossen! Und dann gleich zwei davon, bemerkenswert!

Das erste Treffen lag noch eher im Bereich des Wahrscheinlichen: Lauris Tochter wohnt in Sydney und im vergangenen Jahr, haben wir uns schon einmal, für zwei Wochen, auf dem selben Kontinent aufgehalten. Allerdings ohne uns zu treffen. Das war das letzte mal in Tahiti. Und davor in Panama – auch ein Wiedersehen über Kontinente und Jahre hinweg. Bedenkt man nun, dass Lauri Kanadierin ist und Nicklas Schwede und sich unser gemeinsamer Aufenthalt in Sydney nur auf fünf Tage beschränkt hat und absolut überhaupt nicht geplant war, war ein gemeinsamer Tag hier schon ganz schön toll!

Dann kam Lauri auch noch zur Sylvesterübernachtung, da Nick schon wieder zum Boot nach Polynesien unterwegs war und damit habe ich die perfekte Überleitung zu unserem Neujahrsfest!

Ja, es war toll! Sylvester vor der Sydney Harbour Bridge zu ankern ist schon ein Meilenstein bei einer Weltumsegelung! JD hatte uns ein wunderbares Ankerplätzchen gesucht mit perfekter Aussicht auf die Brücke und das Feuerwerk. Hier ist immer viel los auf dem Wasser – Sydney Harbour ist eine riesige Fläche und jetzt im Hochsommer gepackt voll mit Fähren, großen und kleinen Motoryachten, Seglern in jeder Größe, vom Windsurfer bis großen Katamaranen und natürlich Kreuzfahrtschiffen.

Am Altjahresabend kamen sie dann aus allen Löchern und haben überall in Sicht der Brücke geankert, zumindest dort, wo kein Ankerverbot besteht. Ich würde ja gerne schreiben, dass man über Boote hinweg zum anderen Ufer laufen konnte (weil die Metapher so hübsch ist), aber so voll war es dann doch nicht…

Unser Platz war eben günstig gelegen in einer kleinen Ecke, um die zum Schutz des Seegrases, Ankerverbot besteht. Und daneben sind durch die australische Marine gesperrte Bereiche. Also alles ideal für die Aussicht auf die Brücke und die vier Schuten, von denen das Feuerwerk abgebrannt wird.

Niemand hat uns die Aussicht verbaut und zusammen mit unseren österreichischen Nachbarn, die auch noch mit einem Fläschchen Champus rüberkamen, haben wir schließlich glücklich, zu siebt, das neue Jahr willkommen geheißen! Ein denkwürdiges und unvergessliches Sylvester!

Dann kam der Neujahrstag und mit ihm das vielleicht erstaunlichste Wiedersehen unserer Reise. Begonnen hat er erstmal mit einem hervorragenden Katerfrühstück zum Jahresauftakt: Caprese, Paracetamol, Melone mit Prosciutto und frische Feigen auf Blätterteig an Johannisbeercoulis. Alles, bis auf die Pillen, vom Käpt’n frisch zubereitet!

Erinnerungsbild mit Lauri, Brücke und Oper.

Satt und einigermaßen kopfschmerzfrei haben wir Lauri danach an Land gebracht, sind Anker auf gegangen und haben uns in die Farm Cove direkt bei der Oper verholt. Näher ran kamen wir mit der Pami nicht an den Kreuzfahrtschiffterminal. Und genau hier befanden sich mein Großonkel und Tante (oder vielleicht auch Onkel 2. Grades?), die ich seit wahrscheinlich 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte!

Die Familientrommeln hatten uns zwar unterrichtet, dass wir zur Zeit in ähnlichen Breitengraden rumschippern, aber das ein Treffen möglich wäre, zeigte sich erst ein paar Tage vorher.

Die Aidamar läuft ein.

Sydney ist groß, keiner kannte die Gegend und dass es ziemlich knackig ist, mit einem Dinghi an der Oper vorbei und unter der Brücke durchzutuckern, hatten wir schon vor zwei Tagen herausgefunden. (Es gibt dort so hohe menschen- beziehungsweise schiff- gemachte Wellen, dass Paul pitschnass geduscht wurde, als eine Welle über den Bug ins Dinghi eingestiegen ist!) Aber die Gelegenheit war einfach zu einmalig, um sich davon abschrecken zu lassen.

Also haben wir uns, mittels eines Googlemaps Fotos, für einen bestimmten Punkt am Darling Harbour, für ca. 13 Uhr verabredet. Und voila! Alle waren da! Das Einsteigen an diesem Public Dock ging auch ganz gut. Wir wollten noch schnell tanken und die Schiffstankstelle ist witzigerweise, gleich neben dem Dock der Aida gewesen. Also bin ich ausgestiegen und habe nach kurzem Suchen Anthony getroffen, der sich nach einem netten Pläuschchen bereiterklärt hat, unsere Verwandtschaft, am Abend, direkt durch ein gesichertes Tor auf das Kreuzfahrerterminal zu geleiten. Total nett!

An der Schiffstankstelle

Ich muss sagen, Dietmar und Ulrike haben die Herausforderungen dieser wirklich recht unkomfortablen Dinghifahrt und das Rüberklettern auf die Pami in sehr schaukeligem Gewässer bestens und todesmutig gemeistert! Wir hatten einen sehr netten Nachmittag zusammen und waren alle begeistert über dieses große Abenteuer des gemeinsamen Wiedersehens!

Der Rückweg war auch nicht gerade unkompliziert: erstmal ins Dinghi einsteigen, dann die Rodeofahrt unter der Brücke durch und schließlich ging uns auch noch der Sprit aus. Mitten im dichtbefahrenen Hafengebiet. Natürlich hatten wir einen Reservekanister an Bord, aber es war nicht der coolste Platz zum Nachtanken… Eine große Motoryacht kam auch gleich längsseits, um zu helfen, was ja glücklicherweise nicht nötig war. Es wäre auch gar nicht passiert, wenn wir vorher an der verflixten Tankstelle wirklich hätten tanken können!

Aber dann ging aber alles glatt. Wir haben Anthony auf dem Gelände gefunden und er hat uns das Gatter, das zur Aida führte, geöffnet und die Beiden haben problemlos zu ihrem Schiff zurückgefunden.

Mal sehen wann und wo wir uns das nächste mal treffen!

Seit dem Schaukeln wir in der Rose Bay oder auch mal in der Hunter’s Bay bei Balmoral im Sydney Harbour am Anker und gehen unserem Bordalltag nach. Wenn die Reisepässe der Kinder fertig sind, können wir uns überlegen, wie und wo wir die nächste Zeit verbringen.

Flughunde über Sydney
Rose Bay bei Ebbe mit JaJapami im Hintergrund.

Rose Bay ist eine hübsche Ecke mit netter, durchaus gehobener Atmosphäre, viel Strand und Wassersportangebote. Sogar Rundflüge in Wasserflugzeugen kann man hier machen. Zum Glück sind die nicht ganz so laut und nervtötend, wie die Hubschrauber in Southport, dafür kommen sie aber manchmal beim Starten und Landen so nahe an unserm Mast vorbei, dass einem Angst und Bange werden kann! Vor allem nach den Nachrichten aus Southport: habt ihr gehört, dass zwei von den Helikoptern bei Seaworld, die uns dort so genervt haben, zusammengestoßen sind? Da es Tote gegeben hat, ging es sogar durch die deutsche Presse. Traurig, dass diese Opfer nur wegen eines Vergnügungsflugs zu beklagen sind.

Ich muss es hier mal deutlich sagen: diese ganzen Sprit vergeudenden, umweltverpestenden Freizeitvergnügungen ärgern uns schwarz! Können die Leute denn wirklich nichts Besseres mit ihrem Geld und ihrer Freizeit anfangen?

Natürlich sind wir auch schon durch die City von Sydney gestreift. Wir können das Dinghi gleich hier an dem Ponton parken, an dem auch die Fähre in die Innenstadt fährt. Groß und beeindruckend, jung und modern mit vielen wunderbaren Parks und Gärten, so unser erster Eindruck.

Mit Pamiti (so nennen wir unser Beiboot) an der Oper vorbei und unter der Brücke durch.
Paul surft auf dem Schwell der Fähre…
…und chillt danach ein bisschen.
„Frohes Neues!“

3 Kommentare zu „Überraschungsbesuche zum Jahreswechsel

  1. Moin vom Wasser in Hamburg
    Liebe Jajapamiten auf dem Wasser,
    schön zu lesen, dass Ihr gut und unter spannenden Umständen ins neue Jahr geschaukelt seid. Bleibt gesund und genießt Euer Leben downunder.
    Rolf und Gerhild Bickelmann
    Die vom Wasser

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  2. Hallo Jana, danke dass Du uns so todesmutig beschreibst, tut dem Landei richtig gut. Dein Vater war mein Vetter oder auch Cousin, insofern bin ich dein Grosscousin, nur um das richtig zu stellen. 🥴
    L. G. von Ulrike und Dietmar

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