Auf Drift

Wir sind zurück in der Moreton Bay bei Brisbane.

Nach Wochen in Airlie Beach und den Whitesundays fügte sich kurzfristig alles für eine zügige Rückreise nach Süden. Die Zyklonsaison naht, da ist es gut, zeitig wieder hier zu sein.

Wir haben viel erlebt, Gutes wie Anstrengendes, daher ist mein Erzählfaden irgendwo bei Mackay abgerissen. Je länger das her ist, desto schwieriger wird es natürlich, in einem nächsten Blog wieder anzuknüpfen ohne gleich einen ganzen Roman zu schreiben! Ich gebe mir Mühe, ehrlich!

Bei kühlem Regenwetter kamen wir irgendwann Ende August in Airlie Beach an, um dann dort festzustellen, dass Marinaliegeplätze sauteuer und nur schwer zu ergattern waren. Nun gut, wir hatten ja Zeit, wird schon was freiwerden.

Nördliches Ankerfeld vor Airly Beach

Das Ankerfeld vor Airlie ist riesig. Ein Dorf aus Booten auf türkisfarbenen, aber sehr trüben Wasser. Drei Dinghilandestellen lassen einen entspannt an Land, was wir auch jeden Tag nutzten. Vom Boot aus schwimmen, wollte so recht keiner von uns. Zu trüb war sowohl das Wasser als auch die Situation was Haie und Quallen angeht und anfangs war es auch echt noch kalt!

Lagoonarium
Südliches Ankerfeld

In Airlie gibt es allerdings ein Lagoonarium, eine toll angelegte, öffentliche Badelandschaft direkt am Strand, welche die Jungs vollkommen für das Planschen im Meer entschädigte. Als wir dann endlich doch in der Marina unterkommen (ich habe jeden Morgen, fünf Tage lang, angerufen, ob nicht doch spontan was frei wurde 😉 ) dürfen wir auch noch den Pool vom nahen Resort mitbenutzen – „Volltreffer!“ meinen unsere Lütten.

Coral Sea Marina

Über die Coral Sea Marina muss ich noch zwei weitere Sätze verlieren: Ja, sie war teuer, aber sie war auch eine der schönsten Marinas, die wir so besucht haben. Restaurant, Lounges, Jim, Luxus Badezimmer, BBQ Areal – alles neu und super schön! Nur ein Spielplatz hätte noch gefehlt.

Marina Grillabend in Coral Sea

Ansonsten ist die Region dort sehr ländlich. Es gibt genau eine Touristenmeile mit Boutiquen und Restaurants und von zwei Dinghianlegern sind auch je ein Supermarkt fussläufig zu erreichen. Für unsere Verpflegung haben wir ganz schön Strecke gemacht! Und für die Zahngesundheit auch. Pro Loch im Milchzahn ist jeweils ein halber Tag draufgegangen…

“Lehnt euch doch mal lässig gegen den Seelöwen, dann mache ich ein Foto!”

Mit zwei Booten aus den letzten Jahren hatten wir wieder mehr Kontakt. Die bremer MARISOL, die wir schon auf den Kanaren kennengelernt haben und die hoffentlich es noch vor der Zyklonsaison nach Australien schafft, und das schweizer Familienboot OLENA, mit denen die Kinder viel auf Galapagos und Tahiti gespielt haben.

Ich finde es immer toll und aufregend, wenn man sich Ozeane, Kontinente und Jahre später wieder trifft! Raum und Zeit schrumpfen irgendwie auf handliche Größe, wenn man so Sachen fragt wie: „Haben wir uns eigentlich schon 2018 im Atlantik getroffen, oder erst 2019 im Pazifik?“

Drei kleine Jungs waren auf jeden Fall furchtbar aufgeregt und haben schon Stunden vor Ankunft, auf dem Plotter nach einem AIS Signal des anderen Schiffs gesucht! Dann waren sie endlich da und haben direkt neben uns geankert. Glückliche Tage für alle Kinder, auch Schule wurde zusammen absolviert.

An unserem letzten gemeinsamen Tag, komme ich morgens nach oben und beide Jungs begrüßen mich ganz vorwurfsvoll, mit einem: „Mami, die OLENA ist weg!“

Ein erst kurzer, dann immer längerer und ungläubigerer Blick in die Runde zeigt mir: nicht die OLENA, sondern die JAJAPAMI ist weg! Wir liegen locker 0,3 Meilen weit weg von unserem Ankerplatz! Der Anker hat nicht gehalten, zum ersten Mal in fünf Jahren!

Das ist schon ein wenig gruselig und darf natürlich nicht noch einmal passieren. Daher analysieren wir so gut wie möglich: Wir sind ganz langsam auf Drift gegangen, daher hat es auch keinen geweckt. Der Sand war hier ultrafein und schlammig. Vielleicht hat sich die berühmte Plastiktüte um den Anker gewickelt, oder Kette und Anker haben sich irgendwie vertüdelt, auf jeden Fall ist das ganze Gelersch bei ordentlich Wind, sanft aus dem Ankerfeld heraus in die offene Bucht gezogen worden. Wir haben Glück gehabt, das wir auf diesem Kurs kein Schiff gerempelt haben, obwohl bei der Geschwindigkeit von weniger als einem zehntel Knoten wohl nicht viel passiert wäre. Der Ankeralarm piepste nur leise am Außenchartplotter.

Nach dem Kaffee düsen wir zurück, ankern neu und ziehen die Kette noch mal extra stramm. Das hält aber jetzt!

Von Airlie Beach ging es weiter in die Whitesunday Islands, zu einem weiteren Wiedersehen und viel schöner, australischer Natur. Davon, ganz bald, im nächsten Blog!

Es ist endlich wieder warm!

Ein Kommentar zu „Auf Drift

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