Von Fraser Island nach Great Keppel Island

Am 8. August viel der Anker in den Great Sandy Straites vor Fraser Island. Schön und wild ist es dort. Einsam und auch wieder nicht, denn wir sind mit einer ganzen Flotte von Booten unterwegs.

Als wir an unserem auserwählten Schlafplatz ankommen, liegen dort schon zehn Andere vor Anker. Tolle Aussicht und Sonnenuntergang hier, aber nicht gerade der beste Ankergrund und viel Strömung: eine halbe Stunde nach dem wir es uns gemütlich gemacht haben, kommt der Segler der eigentlich hinter uns liegen sollte, querab ins Blickfeld. Ups! Da sind wir wohl verdriftet! Schnell ein besseres Plätzchen gesucht und den Anker noch mal so richtig einfahren, dann wird es auch eine ruhige Nacht.

Im Morgennebel machen wir los. Es soll nur bis zur nächsten Marina gehen. Leider war das wohl ein bisschen blauäugig von uns; als wir um 9 Uhr dort anrufen, ist schon alles belegt und wir können nur draußen, vor der Mole ankern und dann zum Abendessen mit dem Dinghi reinfahren. Na gut, denken wir uns. Kaum Wind, alles ruhig, dann machen wir das doch. Und wenn es nett ist, können wir für die übernächste Nacht drinnen ein Plätzchen kriegen.

Mhh, also das Balaena Restaurant in Hervey Bay war total schnuckelig und sehr lecker, aber der Weg dorthin eine Katastrophe! Heftige Tidenströmung, die gegen den Wind stand, hat eine ordentliche Welle verursacht. Wir haben das Dinghi kaum abgeseilt bekommen und die Kinder, im Dunkeln, förmlich reinwerfen müssen, weil es so getanzt hat!

So etwas haben wir natürlich schon öfter gemacht, aber dann war es warm und das Wasser kristallklar und einladend…

Also noch so eine Nacht auf der Fußmatte der Marina kampieren kam dann nicht in Frage. Morgens ging es gleich weiter Richtung Bundaberg.

Und dann war er da, der perfekte Segeltag! 18 Knoten gleichmäßiger, achterlicher Wind und nur eine sanfte Dünung auf dem, gerade mal 10 Meter tiefen Meer. Unter Gennaker machen wir 11 bis zu 14 Knoten, wunderbar!

Mittags schon, liegt Bundaberg querab. Wir brauchen nicht lange zu überlegen: Da fahren wir heute nicht rein! Wir rauschen einfach weiter!

Im Funk hört JD, wie sich andere Segler für die Bucht bei Town of 1770 zum nächtlichen ankern verabreden. Das können wir wohl auch noch schaffen!

JD in meiner Jacke, auch die Handschuhe sind nicht zum arbeiten! Egal, der arktische Südwind bring uns super flott voran!

Der Wind bleibt uns den ganzen Tag treu und wir schaffen es noch locker vor dem Abendessen bis zur Bucht. So schön das Segeln auch war, wir sind rechtschaffen müde, als wir, im Dunkeln, den Gennaker bergen müssen. Es wird ein ziemlicher Kampf mit dem großen Segel und bis es endlich in der Kiste ist, fallen ein paar recht unfeine Kraftausdrücke auf dem Vorschiff der Pami… Zum Glück hält wenigstens der Anker gleich beim ersten Versuch!

Wer früh schlafen geht, kann auch früh aufstehen und so erreichen wir am Nachmittag des 11. August, die Marina Gladstone. Hier sieht es nett aus. Viel Grün, gepflegt Parkanlagen und tolle Spielplätze. Zum Einkaufen und abends Ausgehen, müssen wir ein gutes Stückchen laufen, aber das tut den steifen Matrosenbeinen mal ganz gut. Hier wird es auch endlich spürbar wärmer. Die Jungs lassen ihre dicken Jacken abends wieder zu Hause – ich noch nicht. Wir bleiben vier Nächte, dann geht es weiter nach Norden.

Marina Gladstone
Das war ein langer Einkaufsspaziergang!

In Keppel Island warten Matthias und Dasha auf uns. Das deutschsprachige Pärchen, mit dem wir seit Coffs Harbour Staffel-Segeln nach Norden spielen.

Kaum hält der Anker, in dem endlich wieder kristallklaren Wasser, werden wir auch schon im Dinghi abgeholt. Keppel hat kein Dock, nur weite, weiße Sandstrände. Da können wir nicht ohne größeren Aufwand an Land, aber das kleinere Schlauchboot der Beiden kann man problemlos „beachen“: Schwung nehmen, Motor hochklappen, gerade auf den Strand fahren und dann noch bis zur Hochwassergrenze den Strand rauftragen.

Wie lange sind wir nicht mehr Barfuß durch den Sand zu einem Beachclub gelaufen? Könnte Bora Bora gewesen sein. Dort hatte ich allerdings keine Winterjacke über dem Tshirt…

Der Abend wird ausgesprochen lustig! Gleich neben unserem Tisch steht ein hoher Baum, der von einem äußerst zutraulichen Possum bewohnt wird! Diese Beuteltiere haben nichts mit dem Opossum zu tun, außer das sie etwas gleich groß sind. Das Possum ist sehr possierlich und ähnelt eher Waschbären oder Katzen, aber mit Nichten einer Ratte, wie das Opossum.

Wir verbringen viel Zeit damit, unserem neuen Freund Möhren und Brokkoli zu füttern. Daneben gibt es auch witzige Vögel! Der Sowieso-Curlew, ein Brachvogel, schreitet, friert ein, schreitet wieder und sieht dabei wahrlich dünkelhaft aus!

Vielleicht hat uns das Possum als etwas zu aufdringlich empfunden, oder JD hat ihm zu viel Wasser aufgedrängt, auf jeden Fall hebt es irgendwann, in zwei Meter Höhe, den Puschelschwanz und pinkelt uns vor die Füße. Das war nur lustig, denn keinen hats erwischt. Als es aber, etwas später, unsichtbar von hoch oben aus der Baumkrone, unserem netten Kellner direkt auf den Kopf strullt, können wir uns -entschuldige Mate!- vor Lachen kaum halten. Obwohl es uns natürlich echt Leid tut! Aber dieser Gesichtsausdruck, als ihm klar wurde, was das ist…

Ins Wasser gehe ich noch nicht, Michel aber schon!

Es folgte noch ein Miniabenteuer, bevor es nach zwei Nächten vor der Insel, in die Keppel Bay Marina am Festland geht:

Leichter Südschwell wird angekündigt und eine lange Perlenschnur von Booten, zieht um uns herum, von der südlichen zur nördlichen Ankerbucht. Wir liegen dazwischen, in sehr flachem Wasser und fühlen uns hier sicher genug. Aber um drei Uhr morgens muss das Licht in unserem heftig schwankenden Schlafzimmer angehen. Noch eine Stunde bis Niedrigwasser, unangekündigte 25 Knoten Wind und wahrlich nicht nur leichter Schwell, lassen uns befürchten auf Grund aufzusetzen. Also raus aus den Federn, in den kalten Wind und mit hängenden Ohren den Anderen hinterher. Zum Glück können wir nur eine halbe Stunde später wieder in unser, jetzt ruhiges, warmes Bettchen kriechen!

21. August, 9 Uhr.

Wir sind wieder unterwegs. Vor zwei Stunden haben wir die Marina Richtung Mackay verlassen.

Panoramafotos mit schwimmenden Jungs

Es sei noch schnell erzählt, dass wir auch Earl und Diane, die Aussis die mit uns von Tahiti rüberkamen, wiedergesehen haben! Earl stammt nämlich von hier und der Familienbesuch viel zufällig mit unserm zusammen. So hatten wir eine sehr nette, gesellige Zeit, in dieser großen, gemischten Runde!

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