Tag 16 nach Brisbane

Wir überqueren den Tongagraben: über 10 km Wasser liegen unter dem Kiel! Tatsächlich ist der viel bekanntere Marianengraben, nur unwesentlich tiefer als dieser hier, verglichen mit allen anderen bekannten Tiefseegräben.

Leider können wir diesen Augenblick nicht so recht würdigen. Es gibt Stress mit dem Iridium Go (Satellitendings). Vormittags fällt es plötzlich aus und der Käptn rauft sich stundenlang die Haare, um es wieder ans laufen zu bringen. Leider vergeblich.

In weiser Voraussicht und aus Sicherheitsgründen, hatte JD schon vor langem, ein Inmarsat gekauft. Das ist umständlicher, teurer und empfindlicher, aber es funktioniert. Wir können weiterhin Wetter abfragen und emailen. Natürlich erreichen uns Emails an „myirridium“ jetzt nicht mehr!

Ansonsten ist es drückend heiß geworden. Kein Lufthauch regt sich und wir knacken die 30 Grad. Alles wartet auf den Wind! Nur die Kinder sind glücklich, denn kein Wind heißt auch keine Welle und man kann alles spielen was man möchte.

Abends kommt er dann endlich. Erst nur zögerlich, dann immer stabiler. Um drei Uhr morgens kann Carlos die Motoren ausschalten. Anstatt den Rest der Wache friedlich zu segeln, wird er aber kurz darauf von Lichtern verfolgt! Das Boot hat kein AIS Signal und kommt immer näher, scheint schließlich auch noch seinen Kursänderungen zu folgen. An Piraten ist hier nicht zu denken, aber vielleicht die Coastguard? Zusammen mit dem Käptn findet sich des Rätsels Lösung: Ein Fischtrawler, dem die Pami ziemlich Wurscht ist, hat wohl versucht noch vor uns durchzuziehen um schließlich doch noch abzudrehen und hinter uns zu kreuzen. Spannend.

Auch auf meiner Wache meldet sich ein Trawler, allerdings im wahrsten Sinne des Wortes. „Vessel on my port side, Vessel on my port side, to fishing vessel Sunrise, Sunrise!“ Huch! die Funke habe ich ja schon lange nicht mehr benutzt! und wo isser denn überhaupt? Ich sehe gar kein Schiff! Aber sonst ist hier ja niemand, der muss schon uns meinen. „Sunrise, Sunrise, this is sailing vessel JaJapami, JaJapami!?“ Er hat uns auf dem Radar entdeckt und wollte mal hören, wo wir hinfahren. Ob aus Neugier oder damit sie uns nicht über den Haufen fahren, sagt er nicht. Freundlich verrät er mir noch seine Position, 20 Meilen Achteraus, also tatsächlich nicht zu sehen, dann wünschen wir uns einen schönen Morgen und schwimmen unserer Wege. Eine nette Geschichte um in den neuen Tag zu starten!

27. Nov, 18 Uhr Bordzeit. 10 nm westlich von Tonga.
S 21’05 W 175‘32 W. 23 kt TWS, 45’ TWD, 9 kt COG, Kurs: 250‘

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