Tag 3 etwas erweitert Polynesien nach Australien

Tag 3 etwas erweitert

Tag 3

Es fing alles ganz friedlich an. Bei 8 bis 10 Knoten achterlichem Wind, haben wir den Genaker gesetzt und sind ein Weilchen butterfly, mit Genua rechts und Genaker, links dahingeglittene. Immer ein toller Anblick! Um auf Kurs zu bleiben, kam die Genua dann doch weg. Wir mussten weiter nach Süden um einer drohenden Front auszuweichen. Met–Bob, unser Wetter–router hatte von einzelnen Wetterzellen geschrieben, die durchaus ungemütlich werden könnten. Eine echte Untertreibung, muss man jetzt sagen!

Wir waren gewarnt, alles war sicher verstaut und verschlossen, der Genaker zurück in seiner Segelbox und die Genua gerefft, als es gegen 17 Uhr losging. Erst kam der Platzregen, dann mit 36 kt drehenden Winde, sprich 8 Windstärken. Ich habe Böen bis 44 kt gesehen und die See hat sich natürlich auch ordentlich aufgebaut! Nur mit einem Fetzchen Genua, sind wir in die Nacht hinein, dadurch gebuckelt. Die Männer immer wieder kurz raus ans Steuer, weiter gerefft oder den Autopilot unterstützt, wir Frauen drinnen bei den Kinder, vor der Windanzeige, oder im Türrahmen, meist schweigend im Angesicht der Naturgewalten und des Lärms.

Nach zwei Stunden war der größte Spuk vorbei. Alle lachen sich etwas zittrig an: „War doch gar nicht so schlimm, oder?“
Vielleicht war es das auch nicht. Die Pami kann das auf jeden Fall locker abwettern. Nicht gefährlich, aber furchtbar aufregend — das brauchen wir sicher nicht noch einmal!

Die Anderen haben es tatsächlich danach noch geschafft, das bereits aufgetaute Fleisch zu braten. Etwas skurril, nach so einem Sturm, Rinderfilet im Blätterteigmantel zu essen — aber köstlich!

In der Nacht ist der Wind komplett eingeschlafen und als ich zu meiner Wache kam, war die See spiegelglatt und wir dümpelten mit zwei Knoten dahin. Backbord voraus waren Lichter zu sehen. Ein Boot hier draußen bei uns? Nicht irgendein Boot, berichtet mir Julie ganz aufgeregt. Das alte, rußspuckende Kreuzfahrtschiff, das in Papeete monatelang vor uns gelegen hat! Wenn das mal kein Zeichen des Abschieds aus Polynesien ist, das da langsam am Horizont verschwindet! Und sein Name ist natürlich „Wind Spirit“!

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