Der kleine Tsunami und Plastik – Nein danke!

Der Ätna auf Tahiti? Nein, nur der Blick nach Osten, bei einem besonders spektakulären Sonnenuntergang.

Der kleine Tsunami

Im März tauchte plötzlich auf allen Kanälen eine Tsunamiwarnung für unsere Region auf: In den Facebook- und WhatsApp-Gruppen, von und für Segler in Polynesien, in den Nachrichten, die JD mittlerweile auf Französisch lesen kann und natürlich über Mund-zu-Mund Propaganda beim Ponton-Plausch. Das es nicht wirklich gefährlich werden würde, war ziemlich sofort klar. Allerdings war das Risiko für die Boote in der Marina anfangs schwer abzuschätzen. Etwa zwei Stunden vor dem erwarteten Eintreffen der Welle, war die Prognose 6 bis 150 cm Pegelanstieg.

Nun, das waren 144 cm die einen verflixt großen Unterschied machen können! Beguckt man sich nämlich mal die Befestigung der langen Schwimmpontons, sieht man, dass sie an Pollern aufgehängt sind, die nur etwa einen Meter aus dem Hafenbecken ragen. Wird das ganze riesige Gebilde aus F-förmigen Schwimmpontons, mit daran vertäuten Schiffen mit den prognostizierten maximalen 1,50 m aufgeschwemmt, flutschen sie über die Pfähle und treiben im Hafenbecken. Wäre sicherlich interessant, sowas seiner Versicherung erklären zu müssen.

Zwei Segler haben tatsächlich vorsichtshalber abgelegt, den Rest hat es kaum interessiert. Wir dachten uns, dass wir auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen, und haben uns mit den Jungs in die etwas höher gelegene Marina-Lounge verkrümelt und da Schule gemacht.

Am Ende war die Welle nur bei genauer Beobachtung zu bemerken. Sanft und ruhig hat sich der Pegel maximal um etwa 50 cm erhöht und hier im Hafen ist nichts weiter passiert. Trotzdem, wir waren Anfangs ziemlich aufgescheucht! Alle Leinen und Fender wurden nochmal überprüft und die wichtigsten Dinge, wie Pässe und Geld, vorsichtshalber mitgenommen. Man weiß ja nie! Und dann fanden die Jungs es auch noch super spannend. Jeder hat seinen Rucksack mit den liebsten Dingen gefüllt und Michel hat die ganze Zeit rumgetrötet: „Wir evakuieren die Pami! Wir evakuieren die Pami!“ Also selbst wenn es am Ende eine zuverlässige Komplettentwarnung gegeben hätte – wir hätten die Marina trotzdem verlassen müssen, nur um den Zwergen das Abenteuer nicht zu verderben!

 

Plastik – Nein danke

Wie fange dieses Thema denn mal an? Ich möchte gerne von den kleine Dingen erzählen, die ich hier in unserem Haushalt verändert habe, weil mich jedes bisschen Plastik, das wir einsparen können, zu tiefst befriedigt. Vor allem, weil man auf großer Fahrt, ja leider oftmals nicht anders kann, als abgepackte Lebensmittel zu kaufen und sich den Sitten des jeweiligen Landes anzupassen, egal wie umweltfreundlich, oder nicht, sich das ganze gestaltet. Wenn man kann, kann man ja mal versuchen davon wieder etwas gutzumachen.

Ja, ich gebe zu, ich würde auch gerne ein bisschen missionieren. Ich hoffe, Ihr nehmt das mit einem Schmunzeln auf und probiert auch mal den einen oder anderen Drogerie-Ersatzartikel! Für jene, die schon viel weiter sind als wir; ihr Deo selber kochen und die Waschmaschine mit Kastanien befüllen: Super! Viel Einsatz, der selten adäquate gewürdigt wird!

Putzen: 6-12%iger, billiger Essig geht für fast alles! Vor allem Bad, Küche und Fenster brauchen kaum was anderes und wenn es hier in den Tropen danach nicht gammelt, dann ist es garantiert auch hygienisch genug!

Bienenwachstücher für Käse, Gemüse und zum Abdecken: Die riechen so gut! Man kann die Käsestücke schön darin einwickeln, oder die angeschnittene Zucchini, und dank der leicht antiseptischen Wirkung von Bienenwachs, hält sich alles viel besser. Reinigen ist auch easy: lauwarmes Spülwasser und wenn nötig Essig draufsprühen, zum desinfizieren und Geruchsbeseitigung. Unser Aha-Erlebnis war ein Büschel Petersilie, das ja normalerweise auch in Plastik im Kühlschrank sehr schnell weggammelt. Im Wachstuch war es nach 10 Tagen noch frisch und lecker!

Ich konnte hier, anfangs, keine Tücher oder auch nur Bienenwachs auftreiben. Also habe ich die Wachshüllen von Babybel-Käse auf einem sauberen Baumwollrest ausgebreitet und zum Schmelzen in die Sonne gestellt. Das Ergebnis ist fast so gut wie das Original. Riecht nur nicht so schön.

Shampooseife: Shampoo am Stück in Papier verpackt. Gibt es sogar hier, z.B. in der Bioabteilung im Supermarkt. Sehr angenehm hinsichtlich Handhabung und Ergebnis und preislich, dank seiner Ergiebigkeit, vergleichbar mit Fructis und Konsorten. Sieht, in einem schönen Schälchen, auch noch hübscher aus, als so ´ne olle Plastikflasche.

Spülung gegen kalkiges Wasser: Hat man wochenlang das extrem weiche Wasser des Wassermachers genutzt und stellt dann um, auf Marinawasser aus dem Hahn, sind Kalk und Chlor anfangs fürchterlich für Haut und Haar! Ganz simples Ab- und Ausspülen mit Apfelessigwasser hilft ganz wunderbar. Vor allem bei sprödem, verkalktem Haar.

1 EL Apfelessig auf 500 ml Wasser. Nach dem Duschen damit ausspülen, abtrocknen, fertig. Der Apfelessigduft verfliegt nach kurzer Zeit.

Edelstahlstrohhalme, Wattestäbche aus Holz oder Papier, eigene Einkaufstaschen und nach Möglichkeit, Glas- statt Plastikflaschen, kann jeder, oder? Ob ich meine neue Bambuszahnbürste wirklich mag, weiß ich aber noch nicht so recht. Sie reinigt super, aber ich esse auch nicht gerne von Holzlöffeln…

Der Marina-Manta hat mittlerweile eine Spannweite von 2 Metern!

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