Ein Tag in Mindelo

Ich schleiche mich gut gelaunt aus unserem Ehebett und lasse Paul und Michel schlafend zurück (finde die zwei Fehler im Bild!). Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, glaube ich auch heute an einen ruhigen Kaffee, bei dem ich ein Bisschen über Segelstellungen bei Fahrtenkatamaranen schmökern kann.

Wie eigentlich immer, werde ich auch heute die Bücher wieder unaufgeschlagen zurückräumen.

Hier weht seit Tagen eine sehr steife Brise und alle Boote zerren an ihren Leinen, also habe ich schon vor Tagen den dicken Kautschuk-ruckdämpfer eingebaut. Der hat sich aber, über Nacht, losgeruckelt! Nun denn: im Nachthemd, vor dem ersten Kaffee, Festmacher richten.

Dabei sehe ich es: die Heckklampe scheint kurz vor dem ausreißen zu sein! Bei jedem Ruck beult sich der Gelcoat und überall sind schon Haarrisse!!! Ich wecke den armen Skipper (im Kinderbett) und zusammen legen wir die Leinen um, um die Klampe zu entlasten.

Super Stimmung zum Frühstück und abends wird die Pami dicke Edelstahlruckdämpfer tragen. (“Nein, so was dürfte nicht passieren, erst recht nicht bei einem neuen Schiff.” “Keine Ahnung wieso die sowas bauen, aber wir werden das umrüsten!”)

Bis zum Vormittag haben wir uns wieder beruhigt und dann muss Philipp auch schon los zu Flughafen. Ahoi Matrose!

Mit Allen von der Lady Jane, Daniel und unserem “Führer ” Jo, laufen wir los um Angelköder zu kaufen. Hier ist – natürlich – alles viel teurer als in D oder auf den Kanaren. Trotzdem nehmen wir ein paar Ersatzkalmare, da wir auf der Überfahrt einige verloren haben. Eigentlich können wir froh sein, dass es hier überhaupt so etwas gibt!

Der Versuch Mittag zu essen wird sehr unschön. Ein wirklich Mitleid erregender Bettler versucht Michel seinen Spielfisch, der im Bollerwagen liegt, zu klauen. Ein paar lautere Worte – mehr ist nicht passiert. Die Jungs beschäftigt das aber trotzdem noch lange, und sie Fragen oft was der Mann genau wollte und warum.

Die Bedienung ist unendlich langsam. Da wir nach dem Zwischenfall aber nicht mehr unendlich Gedult haben, zahlen wir nach den Getränken um in der Marina Bar zu essen. Nun ja, auch hier dauert es noch über eine Stunde… egal, so ist das halt hier.

Dann spiele ich mit den Jungs und JD kümmert sich um die weiteren, ausstehenden Reparaturen: Watermaker, Ruderanlage, Wingaker-Segel, Generatorwartung.

Morgen wollen wir endlich mal zu den anderen Inseln, also laufe ich am späten Nachmittag noch mal zum Einkaufen. Ich finde Blumenkohl, Möhren und Kartoffeln: das wird die Jungs freuen!

Dann kommt nur noch der übliche Familienwahnsinn: kochen, Wäsche abhängen, Lego wegräumen, essen, vorlesen, winzige Legoteile aus den Fußsohlen pulen und – auf einmal Ruhe!!! Alle schlafen, selbst JD ist schon im Bett.

So finde ich dann doch noch mein Stündchen alleine im Cockpit und – hey – wer will schon was über Segelstellungen lesen, wenn er sie auch alleine rausfinden kann?

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