(Zu-) Kurzbesuch auf La Gomera

Nach erst gemütlicher und später toll windiger Überfahrt erreichen wir die Marina San Sebastian auf La Gomera. Dauerhaft über 11 kt durchs Wasser und 10,4 kt über Grund!!! Das war schon ordentlich – unser bisheriger Rekord in der Straße von Gibraltar liegt bei 18,9 kt.

Ein bayrischer Hafenmeister weißt uns unser Plätzchen zu und wir parken ganz geschmeidig rückwärts ein. Leider Rächt sich Montezuma seit gestern Abend für irgendeine mir nicht bekannte Untat an mir. Deshalb bleibe ich in der Koje während alle anderen die Umgebung erkunden und die Jungs sich im Meer austoben dürfen.

Es ist viel schlichter und authentischer als auf Teneriffa. Mir gefällt es hier und in dem kleinen Hafen beim Valle gran Rey sehr gut, aber ehrlich gesagt kriegen wir von der Insel fast nichts zu sehen. Wir müssen weiter um rechtzeitig auf La Palma zu sein, denn meine Eltern landen in zwei Tagen.

Ein bisschen was zu erzählen gibt es trotzdem:

Michel sieht sich mit mir in höchster Konzentration, bestimmt 25 Minuten lang, die Wanderung eines großen Oktopusses entlang der Hafenmauer an. Das ist für mich doppelt toll. Zum einen weil ich noch nie so gut eines dieser besonderen Tieren beobachten konnte (das Wasser ist hier wunderbar klar) und zum anderen weil ich es so nett finde, wie lange sich Michel konzentriert dieser Naturstudie widmen mag. Wieder einmal ermahne ich mich nicht so oft Oktopus Salat zu essen. Schließlich sind alle Mollusken lecker, aber nicht alle sooo nett und intelligent wie meine achtarmigen Freunde. Wenn sie nur nicht so lecker wären…

[Mollusken (Weichtiere): Muscheln, Schnecken und Tintenfische. Bei den Tintenfischen unterscheidet man zwischen Octopoda, die achtarmigen Kraken und den Decapoda, den 10-armigen wie z.B. Sepia und Kalmar.]

Abends laufen wir zu einer Restaurantempfehlung wo wir zu Abwechslung mal drinnen essen. Von außen war der Anblick recht schlicht, aber drinnen ist es sehr gemütlich und nach dem zweiten Blick stelle ich auch noch fest, dass es gar nicht „drinnen“ ist. Über uns ist nur ein berankter Sonnenschutz, kein Dach. Dass der Fisch sehr gut ist, höre ich nur von den Anderen. Ich bleibe vorsichtig bei Reis und Wasser. Den Kindern gefallen die Schildkröten am besten. Ca. 10 Tiere vegetieren in zwei großen Plastikwannen bei den Waschräumen vor sich hin und werden zu Unterhaltung der Gäste auf dem Boden laufen gelassen. Auf meine Frage wird angedeutet, dass hier noch ein großes Aquarium gebaut werden soll, aber ich prüfe trotzdem die Karte auf Schildkrötensuppe. Dort steht zwar nichts, aber JD ist unabhängig von mir auf dieselbe Idee gekommen. Nun gut.

Am nächsten Tag geht es dann weiter zum Valle Gran Rey, von dem wir leider nur den Hafen zu sehen bekommen. Wir ankern ein bisschen vor dem Hafen und gehen gemütlich Schwimmen. Sogar der wasserscheue Käpten klettert heute mal rein 😉. Später dürfen dann auch Inge und Sigi endlich mal Dinghi fahren! Wir drehen ein paar Runden um die Pami und sausen dann in den kleinen Fischerhafen. Hier sind wir froh, dass auch unser Auto Fender hat, denn die einzige Möglichkeit zum Festmachen ist eine fies-scharfkantige Waschbetontreppe ins Meer. Boot und Mannschaft überstehen auch diesen Ausflug ohne Kratzer – Schwein gehabt.

Leider finden wir auch hier diesen fiesen, braun-schaumigen Algenteppich vor, den wir schon vor Los Gigantes hatten. Diese Algenbänder ziehen als meterbreite, langgezogene Schlieren übers Meer und sind recht ekelig. Später hören wir von mehreren Leuten, dass es sich hierbei um eine erst kürzlich eingeschleppte Algenpest handelt, die auch der menschlichen Gesundheit sehr abträglich sein soll. Vielleicht kam daher mein Durchfall – zeitlich passen würde es. Angeblich weiß die Regierung Bescheid und hält die Informationen unter der Decke damit die Touristen nicht ausbleiben. Leider konnte ich das bis dato noch nicht einmal googlen, da wir so selten Internet haben und kann daher überhaupt nichts weiter dazu sagen. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn mir jemand dazu Infos schicken würde!

Nach ruhiger Nacht vor Anker, geht’s am nächsten Morgen zügig weiter nach La Palma.

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