Hakenschlagend nach Süd-Lanzarote

„Michel! Michel!!!! Du hast keine Weste an, du darfst nur bis zu der Leine!!!“ – „Ja, der (Spielzeugauto) hat Autopilot an. Fährt alleine!“

Wir hatten den Tipp bekommen, dass als nächste Station das kleine Inselchen Los Lobos im Norden von Fuerte Ventura sehr nett sein sollte.

Also haben wir morgens in La Graziosa losgemacht und sind Richtung Süden gesegelt. Mal wieder wären kleinere Wellen aus einer anderen Richtung netter gewesen…

Nachmittags kommen wir bei dem winzigen Inselchen an. Mehrere Ausflugskatamarane und ein kleines Eignerboot liegen bei dieser, als Schnorchelparadies bekannten Bucht schon vor Anker. Die Insel ist unbewohnt. Es gibt allerdings einen Betonanleger für eine Ausflugsfähre und ein Restaurant mit genau zwei Gerichten auf der Karte.

Der Anker fällt und Paul geht tapfer bei ordentlich Schwell und tief verhangenem Himmel sofort ins Wasser. Michel und ich lungern eine Weile mit Badeklamotten an der Schwimmleiter rum, gehen aber am Ende nicht rein. Sooo warm ist das Wasser hier nicht. Derweil lässt JD das Dinghi zu Wasser und fährt mal schnell um die Ecke gucken, wo das Restaurant sein soll, bei dem man frühzeitig Bescheid geben muss, wenn man Paella essen möchte. Dann geht es ziemlich schnell: Paul kommt bald wieder rein und will Hörbuch hören (wir haben die ganzen „was ist was“ CDs mit Themen wie der Ozean, das Wetter, Vulkane mitgenommen und die werden von uns allen sehr geliebt!). Der Schwell wird immer stärker, die anderen Schiffe hauen alle ab und JD kommt zurück und berichtet von sehr unfreundlichem und vor allem geschlossenen Restaurant. Ein Blick, und wir holen zügig den Anker hoch und laufen den Anderen hinterher nach Fuerteventura. Nach nur 20 Minuten sind wir da. Coralejo heißt der kleine Hafen. Irgendwie sieht alles nicht so nett aus. Wir wissen nicht wohin. In dem Ankerfeld vor dem Hafen ist nur Platz weiter draußen, wo wieder dieser verflixte Schwell reinsteht. Und wir wolle ja nicht die ganze Nacht schaukeln! In dem Hafen sehen wir nichts für die Pami und den Hafenmeister können wir über Funk irgendwie nicht verstehen. Also wieder los. Diesmal Richtung Süd-Lanzarote, wo eine besonders nett beschriebene Marina Namens Rubicon ist, die sogar einen Pool für die Jungs haben soll. Eineinhalb Stunden motoren wir doof durch die Dämmerung. Dann braucht Michel auch noch die Tupperdose! Die lange Überfahrt während des Tages hatte er mit Kuscheln und Schlafen gut überstanden, ohne zu spuken, aber jetzt zu Schluss waren wir nicht mehr achtsam und schwups, schon kam der Joghurt wieder raus. Keine Sternstunde.

In Rubicon werden wir freundlich erwartet und auch im Dunkeln können wir vom Wartepier aus sehen, dass hier alles sehr gepflegt und nett ist. An den richtigen Liegeplatz fahren wir erst am nächsten Morgen.

Bevor man in einen Hafen kommt, ruft man zeitig über Funk oder Mobil im Office an und fragt nach Platz – erst recht bei unserer Schiffsgröße. Ist das Hafenbüro abends schon geschlossen, ist hier in Spanien immer noch ein Marinero da, der antwortet und einen dann an den Wartepier lotst und festmachen hilft.

Rubicon bei Playa de Papagyos war sehr schön und wir sind vom 3. bis zum 8. September dortgeblieben. Ein paar Schiffe weiter lag die Mon Amour mit Gaby und Wolfgang an Bord. Mit diesen „live-on-bords“ haben wir einige nette Bierchen verklappt und viele wertvolle Tipps von Ihnen bekommen: Womit putzt man eigentlich so ein Schiff? Wie kriege ich die ersten Rostflecken am Edelstahl wieder weg? Welches ist hier das beste Bier? Und Restaurant? … Gaby hat mich mit zu Aquazumba genommen und Wolfgang JD im Auto mit zum Einkaufen.

Außerdem gab es noch die britische Carried away, die uns ihren Wasseranschluss geliehen hat und noch zwei nette Dauerlieger an unserem Steg. Hatte richtig Dorf-Atmosphäre 😉. Auch die Lady Jane kam später noch dazu. Allan und Maria waren das dritte Boot, dass wir bislang getroffen haben, das mit uns die Island Odyssee über den Atlantik mitmacht. In La Rochelle hatten wir ja bereits einen schönen Tag mit der Tamoure‘, die drei Kinder im passenden Alter und deutsch-französische Eltern hat. In Portimao Haben … und Pascal von der … kurz mit dem Dinghi „Hallo“ gesagt. Für ein Schwätzchen war hier leider keine Zeit, da wir ja unseren Krantermin hatten.

Nachdem Inge und Sigi, mein Onkel und meine Tante, spontan Flüge nach Teneriffa gefunden hatten, wurde es für uns wieder Zeit gen Westen aufzubrechen. Zwar fanden die Kinder den großen Süßwasserpool der Marina ganz großartig (wir auch – vor allem die dazugehörige Bar 😉), aber es gab keine Gemaule beim Ablegen. Man weiß ja nie ob der nächste Ort nicht noch toller ist!

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